Weltwirtschaftsforum

Merkel bleibt Weltwirtschaftsforum in Davos erneut fern

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Das Treffen in Davos steht in diesem Jahr unter dem Moto "Responsive and Responsible Leadership" ("Anpassungsfähige und verantwortungsvolle Führung"). Foto: Jean-Christophe Bott

Berlin/Davos - Es gilt als jährliches Stelldichein von Spitzenpolitikern und Top-Managern: das Weltwirtschaftsforum in Davos. Doch eine der wichtigsten Politikerinnen erteilt den Organisatoren wieder eine Absage. Nun hoffen die Veranstalter auf einen Gast aus Fernost.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nimmt zum zweiten Mal in Folge nicht am Weltwirtschaftsforum in Davos teil. "Wir bedauern dies, aber die Bundesregierung wird nach wie vor durch eine hochrangige Delegation vertreten", teilte das Weltwirtschaftsforum (WEF) der dpa mit.

Das Bundeskanzleramt habe die Veranstalter bereits im Dezember darüber informiert, dass Merkel dem Treffen (17. bis 20. Januar) in dem schweizerischen Alpenort fernbleibe.

Gründe, warum die CDU-Chefin die Großveranstaltung auslässt, nannten zunächst weder die Regierung in Berlin noch das WEF. Die Kanzlerin hatte bereits 2016 das Gipfeltreffen abgesagt, bei dem sie zuvor ein "Stammgast" gewesen war. Auch der scheidende französische Präsident François Hollande wird in diesem Jahr fehlen.

Medienberichten zufolge wird allerdings der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping in Davos erwartet. Es wäre sein erster Besuch bei dem Top-Treffen von Spitzenpolitikern und Konzernlenkern. "Die Unsicherheiten, die die globale Lage derzeit kennzeichnen, haben insgesamt zu einem gestiegenen Interesse an der Teilnahme in Davos geführt", betonte das Weltwirtschaftsforum in seiner Mitteilung.

Die mehrtägige Konferenz in den Alpen mit mehr als 50 Staats- und Regierungschefs sowie Vorstandsvorsitzenden internationaler Großkonzerne steht diesmal auch unter dem Eindruck der Amtsübernahme des künftigen US-Präsidenten Donald Trump am 20. Januar. Merkel hatte angesichts des Wahlsiegs des Republikaners die Bedeutung demokratischer Werte wie Freiheit und Recht betont.

Auch mit Blick auf die jüngsten Wahlerfolge von Populisten lautet das Motto in Davos in diesem Jahr "Responsive and Responsible Leadership" ("Anpassungsfähige und verantwortungsvolle Führung"). "Das letzte Jahr hat gezeigt, dass politische Führer sich den Forderungen der Menschen anpassen müssen, die ihnen die Führung anvertraut haben, während sie zugleich eine Vision und einen Weg vorwärts aufzeigen müssen, damit die Menschen sich eine bessere Zukunft vorstellen können", schrieb Weltwirtschaftsforum-Gründer Klaus Schwab in einem am Montag veröffentlichten Beitrag.

Aus Deutschland stehen unter anderem Finanzminister Wolfgang Schäuble und Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (beide CDU) auf der Liste mit rund 3000 Teilnehmern. Die russische Delegation wird dem Vernehmen nach von den Vizeregierungschefs Igor Schuwalow und Olga Golodez angeführt. Aus den USA werden Minister der scheidenden Regierung wie auch wichtige Mitglieder von Trumps Übergangsteam erwartet, wie zu hören war.

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