Auslandsreise

Merkel: Tunesien ist „Leuchtturm der Hoffnung“ für arabische Welt

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Angela Merkel traf am Freitag den tunesischen Präsidenten Beji Caid Essebsi.

Tunis - Kanzlerin Merkel zeigt sich bei ihrem Besuch in Tunesien beeindruckt vom steinigen Weg des Landes in Richtung Demokratie. Sie ermahnte aber auch zu einem langen Atem.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die junge Demokratie in Tunesien als „Leuchtturm der Hoffnung“ für die arabische Welt bezeichnet und volle Unterstützung für den Reformprozess zugesichert. Die Bürger hätten mit dem sogenannten arabischen Frühling 2011 demokratische Reformen und ein freigewähltes Parlament errungen, sagte sie am Freitag in Tunis in einer Rede im tunesischen Parlament. Tunesien ist als einzigem Land der Region der Übergang zu einem demokratischen System nach westlichem Vorbild gelungen.

„Parlamente sind das politische Herzstück unserer freiheitlichen Demokratien“, betonte die Kanzlerin. Der bewältigte „steinige“ Weg Tunesiens und die 2014 verabschiedete Verfassung mit Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit seien beeindruckend. „Sechs Jahre nach den Umbrüchen ist Tunesien für uns Europäer in unmittelbarer Nachbarschaft auch weiterhin ein Leuchtturm der Hoffnung.“

Merkel: „Demokratie erfordert tagtägliches Engagement“

Sie selbst habe als DDR-Bürgerin erlebt, wie eine Mauer fiel, die Deutschland und Europa spaltete. „Wir wissen aber auch, dass Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit tagtägliches Engagement erfordern.“ Fortschritte erforderten einen langen Atem.

Merkel ging auf Terroranschläge in beiden Ländern ein und sagte: „Wir wissen, dass offene, der Welt zugewandte Gesellschaften verletzlich sind. Internationaler Terrorismus bedroht uns alle gleichermaßen.“ Der „blindwütige Terroranschlag“ eines Tunesiers im Dezember in Berlin mit zwölf Toten sei eine „unbegreiflichen Untat“ gewesen.

Sie machte sich für Zusammenarbeit in der Sicherheit und der Wirtschaft stark. Eine bessere wirtschaftliche Lage entziehe Fundamentalisten den Boden für ihre „Saat des Hasses und der Gewalt“. Und es werde verhindert, dass Menschen mangels Perspektiven nur noch einen Ausweg in einer waghalsigen Flucht nach Europa sähen. „Die große menschliche Tragödie, die sich am und auf dem Mittelmeer abspielt, betrifft uns alle - moralisch, humanitär und politisch.“

dpa

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