Er bringt Amerikas Problem auf den Punkt

Michael Moore über Klimaabkommen: Dieser Tweet sagt alles zum US-Exit

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Ein Tweet von Filmemacher Michael Moore (re.) über Trumps Ausstieg vom Klimaschutzabkommen bringt das derzeitige Problem der USA auf den Punkt.

Die USA sind raus aus dem Klimaabkommen von Paris. Der amerikanische Filmemacher und Trump-Gegner Michael Moore fasst Amerikas Problem in 46 Zeichen zusammen – und spricht vielen Amerikanern aus der Seele.

Washington – Seit Donnerstag ist es offiziell: Die USA ziehen sich aus dem Pariser Klimaabkommen, das 195 Staaten unterzeichnet haben, zurück. Mit dieser Entscheidung stellt sich Präsident Donald Trump gegen den Rest der Welt. Trump verkündete, dass man sofort über ein neues Abkommen verhandeln wolle, das besser für die amerikanischen Arbeiter sie.

Trump macht mit diesem Schritt einmal mehr deutlich, dass er es ernst meint mit seinem Slogan „America first“ (Amerika zuerst). Man müsse den amerikanischen Arbeiter wieder in den Mittelpunkt stellen, sagte der 70-Jährige. „Wir halten uns an unsere Versprechen. Niemand wird uns in den Weg kommen.“ Politiker und Bürger weltweit kritisieren den Ausstieg Amerikas scharf.

Der US-amerikanische Filmemacher Michael Moore traf den Nagel auf den Kopf. Via Kurznachrichtendienst Twitter brauchte Moore nur 46 Zeichen, um das ganze Probleme der Vereinigten Staaten auf den Punkt zu bringen. Er schrieb am Mittwochmittag, als Trump den im Nachhinein vollzogenen Ausstieg der größten Volkswirtschaft bereits angekündigt hatte: 

„Amerika zuerst! Die Erde zuletzt!“, sind Moores Worte, die deutlich zeigen, was der erklärte Trump-Gegner von dessen Entscheidung hält. Laut der Huffington Post werfe Moore Trump damit vor, isolationistisch, sogar egoistisch zu handeln. Bereits im Mai hatte der kritische Dokumentarfilmemacher ein neues Projekt angekündigt, das die Menschen aufrütteln soll und möglicherweise Trumps Präsidentschaft auflösen könne. 

Moores Tweet wurde bereits über 5000 Mal geteilt und etliche Male kommentiert. Der Großteil stimmt Moore dabei zu und kritisiert den Schritt ebenfalls als rücksichtslose Aktion – und noch mehr. 

„Wie kann Amerika einen solchen Ignoranten eine so kritische Entscheidung treffen lassen?“, fragt dieser Twitter-Nutzer.

Ein anderer schreibt: „Absolut schrecklich. Trump hat den Profit der Ölindustrie vor das Leben unserer Kinder gestellt.“

Eine Frau twittert: „So, so traurig. Was soll ich als Lehrerin meinen Schülern sagen? Wie wird ihre gesunde geistige Entwicklung von dieser Attacke betroffen sein?“

Einer fügt Moores ursprünglichem Tweet noch etwas hinzu: „Trump zuerst, Amerika als zweites, die Erde zuletzt.“

Viele wollen nicht resignieren, sondern rufen zum Handeln auf: „Wir müssen aufstehen, uns organisieren und protestieren wie nie zuvor.“

Eine kämpferische Haltung nahm auch Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag ein, als sie sich erstmals zum Abschied der USA aus dem Abkommen äußerte: "Diese Entscheidung kann und wird uns alle, die wir uns dem Schutz unserer Erde verpflichtet fühlen, nicht aufhalten", erklärte Merkel. „Entschlossener denn je werden wir in Deutschland, in Europa und in der Welt alle Kräfte bündeln."

Auch Frankreichs Ministerpräsident Emmanuel Macron trotzt dem Ausscheiden der USA: Er wandelt Trumps Wahlkampfmotto #MakeAmericaGreatAgain (Macht Amerika wieder groß/großartig) um in #MakeOurPlanetGreatAgain: Macht unseren Planeten wieder groß/großartig. Damit stellt er sich klar gegen den amerikanischen Schritt in die Isolation und spricht sich für einen gemeinsamen Weg in eine bessere Zukunft aus. Viele Menschen unterstützen den Hashtag. Er wurde bislang über 36.000 Mal verwendet.

mh

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