Auszug aus Weißem Haus

Michelle Obama: Emotionale Abschiedsrede

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Mit einer emotionalen Rede hat die scheidende First Lady der USA, Michelle Obama, Abschied vom Weißen Haus genommen.

"First Lady zu sein, war die größte Ehre meines Lebens", sagte sie am Freitag mit tränenerstickter Stimme. "Ich hoffe, ihr wart stolz auf mich". Die Jugend rief sie auf, hart zu arbeiten, die Bildungschancen zu nutzen und für ihre Freiheiten einzustehen.

Junge Menschen sollten wissen, "dass dieses Land euch allen gehört, woher und aus welcher Gesellschaftsschicht ihr auch kommt". Sie fügte hinzu: "Wenn eure Eltern Migranten sind, seid euch im Klaren, dass ihr Teil einer Tradition seid, auf die Amerika stolz ist." Auch die "religiöse Vielfalt" sei eine "große amerikanische Tradition, ob ihr Muslime, Christen, Juden, Hindus oder Sikhs seid".

In ihrer Rede im East Room des Weißen Hauses kam Obama immer wieder auf eines ihrer Hauptanliegen während ihrer Zeit als First Lady zurück: Gute Bildung vor allem für benachteiligte Kinder und Jugendliche. Mit "viel harter Arbeit und guter Bildung ist alles möglich, auch, Präsident zu werden", sagte sie. Das sei es, worum es beim "Amerikanischen Traum" gehe.

„Habt Hoffnung, macht das Beste aus euren Fähigkeiten"

Gleichzeitig mahnte sie die Jugend, ihre Freiheiten nicht als selbstverständlich anzusehen. "Ihr müsst euren Teil dazu beisteuern, um diese Freiheiten zu schützen und zu erhalten". Die Jugend müsse wissen, dass sie für das Land wichtig sei, sagte die 52-Jährige und fügte hinzu: "Habt keine Angst - hört ihr mich, ihr Jungen? Habt keine Angst, konzentriert euch, habt Hoffnung, macht das Beste aus euren Fähigkeiten". Und dann sollten sie durch "gutes Beispiel führen".

Die 52-Jährige kündigte an, dass sie sich auch nach ihrem Abschied aus dem Weißen Haus weiter um die Bildung von Mädchen kümmern werde - in den USA und darüber hinaus.

Nach acht Jahren endet für US-Präsident Barack Obama und seine Frau am 20. Januar ihre Zeit im Weißen Haus. Dann übernimmt Rechtspopulist Donald Trump das Präsidentenamt. Während des Wahlkampfs hatte Michelle Obama den Kandidaten der Republikaner immer wieder wegen seiner Angriffe auf Einwanderer und Minderheiten scharf kritisiert, unvergessen bleibt auch ihre Wutrede im Oktober zu Trumps "schreckenserregender" Haltung Frauen gegenüber.

Kein Wort über Donald Trump

In ihrer Abschiedsrede ging sie mit keinem Wort auf den Nachfolger ihres Mannes ein. Doch schienen ihre Bemerkungen auch auf ihn und seine mutmaßliche Politik gemünzt zu sein.

Michelle Obama wuchs in einfachen Verhältnissen in einem Schwarzenviertel von Chicago auf und studierte mit dem ihr eigenen Ehrgeiz Jura an den renommierten Universitäten Princeton und Harvard. Nach anfänglichem Fremdeln der US-Bürger mit der neuen First Lady liegen ihre Beliebtheitswerte inzwischen über denen ihres Mannes. Nach jüngsten Umfragen haben 72 Prozent der US-Bürger eine gute Meinung von ihr.

Spekulationen, sie könnte eines Tages selbst für das Präsidentenamt kandidieren, wies sie jedoch immer wieder zurück. Noch Ende November sagte ihr Mann halb im Scherz, die bald 53-Jährige sei "zu sensibel", um in die Politik zu gehen.

afp

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