Zum Oster-Auftakt

„Mit mehr Kraft“: Papst fordert zu Ostern Frieden

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Papst Franziskus bei seiner wöchentlichen Audienz

Rom - Zum Start der Osterfeierlichkeiten fordert Papst Franziskus Frieden ein - und rügt „Waffenhändler, die die Welt unterwerfen“.

Papst Franziskus hat zu Beginn der Osterfeierlichkeiten seinen Friedens-Appell bekräftigt. „Gewalt ist nicht das Heilmittel für unsere brüchige Welt“, sagte das Katholiken-Oberhaupt der Tageszeitung La Repubblica am Donnerstag. „Mir bleibt nur, mit mehr Kraft nach Frieden für diese Welt zu verlangen, die den Waffenhändlern unterworfen ist, die an dem Blut der Männer und Frauen verdient.“

Es sei nicht einfach zu ergründen, ob die Welt heute gewalttätiger sei als früher, sagte Franziskus. Ebenso schwierig sei herauszufinden, ob die modernen Kommunikationsmittel und die Mobilität ein stärkeres Bewusstsein für die Gewalt verliehen oder uns an sie gewöhnen ließen.

„Wir alle haben uns schon geirrt“

Am Donnerstagmorgen feierte der Papst zu Beginn der Osterwoche die traditionelle Chrisam-Messe im Petersdom. Am Nachmittag traf er in einem Hochsicherheitsgefängnis unweit von Rom ein, um Häftlingen die Füße zu waschen.

„Für uns alle besteht die Möglichkeit, Fehler zu begehen. Wir alle haben uns in der einen oder anderen Form schon geirrt“, sagte Franziskus in dem Zeitungsinterview. „Wenn ich einem Häftling gegenüberstehe, frage ich mich zum Beispiel: Warum er und nicht ich? Bin ich mehr wert als er, der dort drinnen ist? Warum ist er gefallen und nicht ich? Das ist ein Mysterium, das mich an sie heranrückt.“

Noch eine Ostertradition: Besuch bei Benedikt

Ein weiterer österlicher Standardtermin im Kalender des Papstes: Franziskus hat am Mittwoch seinen Vorgänger Benedikt XVI. besucht -schon vor dessen 90. Geburtstag. Das Katholiken-Oberhaupt habe sich zum Kloster Mater Ecclesiae begeben, teilte der Vatikan am Donnerstag mit. Wie jedes Jahr habe Franziskus dem emeritierten Papst seine Osterwünsche überbracht. 

Der Besuch habe aufgrund des anstehenden Geburtstages am Sonntag gleich einen doppelt feierlichen Charakter gehabt, hieß es in der Mitteilung. Seit seinem Rücktritt 2013 lebt Benedikt XVI. zurückgezogen in dem Kloster im Vatikan. Zum Geburtstag soll es nach den Worten seines Privatsekretär Georg Gänswein „bescheiden“ zugehen. Ob Franziskus noch mal vorbeikommt, wurde nicht bekannt.

dpa/fn

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