Deutliche Worte auf Facebook

„Nafri“-Debatte: Monika Gruber attackiert Grünen-Chefin

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Monika Gruber regt sich über die „Nafri“-Debatte auf

München - Die Bezeichnung „Nafri“ für Nordafrikaner brachte der Kölner Polizei viel Kritik ein. Auch von den Grünen. Kabarettistin Monika Gruber ärgert das. Auf Facebook nimmt sie kein Blatt vor den Mund.

Update: Mittlerweile hat Grünen-Chefin Simone Peter auf die Kritik an ihren Äußerungen zu der Silvesternacht reagiert und Fehler bei ihrer Bewertung des Kölner Polizeieinsatzes eingeräumt. Ihre Reaktion sei demnach zu voreilig gewesen

Im Prinzip war der Einsatz der Kölner Polizei an Silvester ein Erfolg. Zehn statt - wie im vergangenen Jahr - 500 Anzeigen wegen sexueller Übergriffe standen am Ende zu Protokoll, dazu ernteten die Einsatzkräfte reichlich Lob aus der Politik.

Allerdings sorgte ein Tweet der Polizei für Ärger: Als „Nafris“ bezeichneten die Beamten die Nordafrikaner, die sie am Bahnhofsvorplatz zu Hunderten kontrollierten. Als „entmenschlichend“ brandmarkte Ex-Pirat Christopher Lauer (SPD) diese Bezeichnung. Grünen-Chefin Simon Peter sprach von einer „völlig inakzeptablen“ und „herabwürdigenden“ Wortwahl.

Gruber nennt Peter „Grüpri“: „Grünen-Pritschn“

Nachdem schon am Montag Parteifreunde Peters und Politiker anderer Parteien die Diskussion kritisiert hatten, geht der Streit nun in die nächste Runde: Denn auch die bayerische Kabarettistin Monika Gruber regt sich über die Kritik an der Polizei auf. Und bedachte Peter am Dienstagmittag mit einer harten, mit „Nafri“-ähnlichen Abkürzungen gespickten, Polemik auf Facebook - die umgehend eine große Anzahl an Likes sammelte.

Gruber wandte sich in ihrem Post direkt an die - so wörtlich - „Grüpri (Grünen-Pritschn)“ Peter, brachte dabei allerdings Lauers und Peters Zitate durcheinander: „Wenn sie die Abkürzung ‚Nafri‘ für ‚Nordafrikaner‘ schon für entmenschlichend hält, dann sollte sie vielleicht mal ein paar Joints weniger rauchen und ihren dürren Veggie-Hintern aus ihrer gepanzerten Dienstlimousine schieben und sich ein bissl in der Welt umschauen.“

Keine Klagen von „Seppls“ und „Zonen-Zombies“?

Vor allem zwei Argumente hielt die - auch aus dem Fernsehen bekannte  - Kabarettistin den Kritikern der Kölner Polizei entgegen: Zum einen seien flapsige Benennungen für verschiedene Bevölkerungsgruppen allgemein üblich, aber selten in der Kritik. Zum anderen hätten die Polizisten in Köln ihre Aufgabe gut erledigt, und feiernde Frauen an Silvester erfolgreich geschützt.

So würden auch Bayern als „Seppls“, Österreicher als „Schluchtenscheißer“ und „ostdeutsche Mitbürger“ als „Zonen-Zombie“ tituliert, ohne dass es jemanden störe, echauffierte sich Gruber: „Die Liste ließe sich beliebig lange fortsetzen.“

Dann verschärfte sie noch einmal den Tonfall. „Aber wahrscheinlich wäre es Frau Peter lieber gewesen, es wären wieder genauso viele Frauen ausgeraubt und sexuell belästigt worden wie im letzten Jahr, denn offensichtlich haben wir "DEUSCHLA" (Deutschen Schlampen) ja nichts anderes verdient...“, ätzte die Kabarettistin weiter.

40.000 Likes in einer Stunde

Weiter aufregen wolle sie sich aber nicht, erklärte Gruber: „Das macht Falten und davon habe ich bereits genug!“ Alles andere als Sorgenfalten dürfte die 45-Jährige allerdings beim Anblick der Reaktionen auf ihren Post bekommen haben.

Binnen einer Stunde erhielt Grubers Beitrag knapp 40.000 Likes, wurde an die 12.000 mal geteilt und mit knapp 1.900 überwiegend positiven Kommentaren bedacht. „Bisher bester Kommentar zu dieser Angelegenheit“, urteilte etwa ein User.

Beim Publikum kam Grubers Ärger über den Nebenkriegsschauplatz im Silvester-Diskurs also bestens an. Kölns Polizeipräsident Jürgen Mathies hatte indes am Montag zwar den Einsatz gegen Vorwürfe des „Racial Profiling“ verteidigt, aber eingeräumt, der Begriff „Nafri“ sei „sehr unglücklich verwendet“ worden: „Das bedauere ich außerordentlich“, sagte er dem WDR.

Woher der Begriff „Nafri“ kommt, was er eigentlich bedeutet und wieso seine Verwendung problematisch sein kann, erfahren Sie in diesem Artikel.

fn

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