Habenschaden spottet über GroKo

Mit Mut zum Machtwechsel: Wie die Grünen das Münchner Rathaus erobern wollen

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„Grüne Politik gibt es nur mit starken Grünen“, sagte OB-Kandidatin Katrin Habenschaden.
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Mit Kritik an der Rathaus-Kooperation haben die Grünen den Wahlkampf eröffnet. Katrin Habenschaden will die Partei zur stärksten Kraft im Rathaus machen und Amtsinhaber Dieter Reiter ablösen.

  • 2020 findet in Bayern die Kommunalwahl statt.
  • Katrin Habenschaden will für die Grünen als neue Oberbürgermeisterin Münchens in Rathaus einziehen.
  • Habenschaden kritisiert die Rathaus-Koalition aus CSU und SPD. Die GroKo regiere „ohne Plan“.

München - Ein paar Tage hat sich Katrin Habenschaden freigenommen. Durchatmen. „Ich war viel draußen“, sagte die 42-Jährige im Saal des Kolpinghauses. Und es habe auch gut getan, mal einen Krimi zu lesen statt der Stadtratsvorlagen. Jetzt will die Grüne aber wieder rein – in die Regierungsverantwortung und im Idealfall ins Büro des Oberbürgermeisters. Das wird der nächste Krimi.

Kommunalwahl 2020 in München: Grüne haben Chancen, stärkste Kraft zu werden

Aus dem jahrelangen Zweikampf zwischen CSU und SPD um den Chefsessel im Rathaus ist ein Dreikampf geworden. Die Grünen haben gute Chancen, sogar stärkste Kraft im Rathaus zu werden. Das liegt zum einen sicher am Zeitgeist, an den Umwelt- und Klimathemen, bei denen den Grünen am ehesten die Kompetenz zugesprochen wird. Es liegt aber auch ein bisschen daran, dass aus der einstigen schwarz-roten Konkurrenz ein Team geworden ist, das die Stadt seit fast sechs Jahren regiert und das nahezu ewige rot-grüne Rathausbündnis abgelöst hat.

Im Saal des Kolpinghauses sind die Grünen in den Wahlkampf gestartet.

Während die Sozialdemokraten im Wahlkampf darum bemüht sind, die Meriten der Amtsperiode herauszukehren und die CSU mantraartig vor der Gefahr einer linken Mehrheit im Stadtrat warnt, können sich die Grünen nun an genau diesem Bündnis abarbeiten. Zwei Fliegen mit einer verbalen Klappe: „Ich mag nicht mehr zuschauen, wie die GroKo ohne einen Plan für München vor sich hin regiert“, sagte Habenschaden. „Das ist kein aktives Gestalten. München kann nicht einfach weiter so verwaltet werden.“

Kommunalwahl 2020: Habenschaden spottet über Münchner GroKo - „weiß nicht, ob die noch zusammen sind“

Sechs Jahre habe zwischen CSU und SPD Uneinigkeit geherrscht, vor allem bei den großen, bei den wichtigen Themen. Erst nach der Landtagswahl habe das Ergrünen der Sozialdemokraten begonnen – „ob wegen der Sache oder aus taktischer Relevanz sei mal dahingestellt“. Und plötzlich würden wegweisende Beschlüsse, die jahrelang von der GroKo abgelehnt worden seien – etwa zum Klimaschutz –, von einer neuen Mehrheit aus SPD, Grünen, Linken und ÖDP gefasst. „Im Ergebnis heißt das, Entscheidungen mit Relevanz werden gar nicht mehr von der GroKo getroffen. Ich weiß nicht, ob die noch zusammen sind, die zwei.“ Habenschaden warnte aber davor, den neuen Anstrich allzu ernst zu nehmen. „Grüne Politik gibt es nur mit starken Grünen. Es ist besser, das Original zu wählen.“

Die Aufgabe im Wahlkampf werde sein, die Unterschiede herauszuarbeiten. So sei es der GroKo beispielsweise nicht gelungen, die Wohnungsfrage zu lösen. Und während die Grünen weiter an den beiden städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen festhielten, sei der SPD-OB im Norden, die CSU im Osten eingeknickt. Zukunft bauche Mut und mutige Entscheidungen. „Mut habe ich, Mut habt Ihr alle. Und mit diesem Mut, dieser Leidenschaft für grüne Politik und mit unseren Ideen für München gehen wir jetzt raus, legen wir jetzt los. Ich bin bereit, wenn Ihr es seid.“

Alle Informationen zur Kommunalwahl 2020 in Bayern erhalten Sie in diesem Artikel. Auch über eine weitere Kunst sollten Sie gut informiert sein: Das „Kumulieren“ und „Panaschieren“.

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