Schmutzige Geschäfte 

Nach dem Haftantritt: Neue Vorwürfe gegen Brasiliens Ex-Präsident Lula

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Trotz der schweren Vorwürfe um schmutzige Geschäfte weiß der brasilianische Ex-Präsident noch immer die treue Gefolgschaft vieler Brasilianer hinter sich.

Der brasilianische Ex-Präsident Lula da Silva trat erst kürzlich seine zwölf Jahre lange Haftstrafe an - und sieht sich bereits mit neuen Ermittlungen wegen Korruption konfrontiert. 

Gegen den brasilianischen Ex-Präsidenten Lula da Silva ist ein weiteres Ermittlungsverfahren wegen Verdachts auf Korruption und Geldwäsche eingeleitet worden. Auch gegen die Vorsitzende von Lulas Arbeiterpartei (PT), Gleisi Hoffmann, werde wegen Annahme von Schmiergeldern des Baukonzerns Odebrecht ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Der tiefe Fall einer linken Ikone

Die Vorwürfe reichen demnach zurück in das Jahr 2010. Damals habe Odebrecht dem damaligen Präsidenten Lula 40 Millionen Dollar (33 Millionen Euro) als Gegenleistung für Entscheidungen zugunsten des Unternehmens versprochen. Diese Summe sei der PT zur Verfügung gestellt worden, wovon auch Parteichefin Hoffmann persönlich profitiert habe.

Ermittelt wird auch gegen die ehemaligen Finanzminister Antonio Palocci und Paulo Bernardo, die unter Lula und seiner Nachfolgerin Dilma Rousseff im Amt waren, sowie gegen den Geschäftsmann Marcelo Odebrecht. Lula, Hoffmann, Bernardo und Palocci waren bereits im September wegen Veruntreuung von Geldern des staatlichen Erdölkonzerns Petrobras angeklagt worden.

Lula war im vergangenen Jahr wegen Verwicklung in einen weitverzweigten Korruptionsskandal und Geldwäsche verurteilt worden. Anfang April trat er seine Haftstrafe an. Er galt als Favorit für die Präsidentschaftswahl im Oktober und liegt in Umfragen trotz seiner Inhaftierung immer noch vorn.

AFP

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