Hitlergruß und Sieg-Heil-Rufe in Themar

Nach Neonazi-Festival: Skandalöses Video setzt Polizei unter Druck

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Neonazi Konzert in Themar

Nach dem Rechtsrockfestival im thüringischen Themar mit rund 6000 Teilnehmern ist ein Video aufgetaucht, das einige Fragen zum Vorgehen der Polizei aufwirft. 

München - Die Polizei Thüringen muss nach dem Rechtsrockfestival am Wochenende in Themar einiges an Kritik einstecken. Aus Sicht der Polizei war der Einsatz ein voller Erfolg. Auch Thüringens Innenminister Holger Poppenhäger (SPD) lobte unmittelbar nach dem Konzert, zu dem rund 6000 Rechte angereist waren: „Das Konzept der Polizei ist hervorragend aufgegangen, die Polizei hatte die Lage jederzeit im Griff.“

Am Sonntagnachmittag ist im Netz jedoch ein Video aufgetaucht, das offensichtlich während des Konzerts aufgenommen wurde. Zu sehen ist eine Menschenmenge bei einem Konzert. Dutzende in die Luft gereckte Hände zeigen den Hitlergruß. Die Menge skandiert mehrfach hintereinander „Heil“. In dem Video, dass von außerhalb des Geländes aufgenommen wurde, sieht man ebenfalls deutlich die Polizeibeamten, die an den Eingängen stehen, während die Rufe im Hintergrund erschallen.

In den sozialen Medien hagelt es seit der Veröffentlichung des Videos Kritik an der Polizei. „Wieso schaut die Polizei da bloß teilnahmslos zu, @bodoramelow und @Polizei_Thuer?“, fragt Sven M. bei Twitter die Behörden und Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Die Linke). „Ist ja leider nichts neues, dass die Polizei in den neuen Bundesländern das rechte Auge gerne mal zudrückt“, beschwert sich ein User namens YesterPlay80. 

Ein anderer Nutzer, Robin L., stellt die Vorkommnisse in eine Reihe mit der Auflösung der Demonstration „Welcome to Hell“ im Vorfeld des G20-Gipfels in Hamburg: „Straftaten auf Demos: Vermummung = vom Rest trennen und eskalieren. Hitlergruß = weiter machen lassen.“

Mittlerweile hat auch die Polizei Thüringen auf die Kritik reagiert: „Das am Sonntagnachmittag im Netz aufgetauchte Video der Versammlung "Rock gegen Überfremdung" in Themar ist uns nicht verborgen geblieben. Die dargestellten Geschehnisse im Zelt waren uns bisher nicht bekannt“, schreibt sie auf Facebook. Es werden Ermittlungen eingeleitet, heißt es in dem Post weiter. Die Polizei sucht nun die Originalaufnahmen, um den Vorfall aufklären zu können. 

Insgesamt wurden bei dem Rechtsrockfestival 43 Strafanzeigen unter anderem wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Bedrohung, Körperverletzung und Verstößen gegen das Waffengesetz gestellt. Drei Menschen wurden in Gewahrsam genommen, von 440 weiteren wurde die Identität festgestellt. Nach diesem Video dürften noch weitere Strafanzeigen dazukommen.

vf mit Material von dpa und AFP

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