Partei in der Kritik

Nach Wende im BVB-Fall: AfD zur Entschuldigung aufgefordert

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Bayerns AfD-Landeschef Petr Bystron

Berlin/Dortmund - Schnell hatten nach dem Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus verschiedene AfD-Politiker Muslime und Linke beschuldigt. Nun steht die Partei in der Kritik.

Erwartet hatte diese Wende im Fall des BVB-Anschlags (wir berichten im News-Ticker über alle aktuellen Entwicklungen) wohl niemand. Viele mögliche Tätergruppen waren durchdekliniert worden - Islamisten, Rechtsextreme, Linksextreme. Sogar von der Wett-Mafia war die Rede. Aber ausgerechnet einen 28 Jahre alten Börsenspekulanten nahmen die Ermittler am Freitag als Tatverdächtigen fest

Während auch bei den bekannten Politikern die Überraschung überwiegt - von einer „Motivlage, die es so noch nie gegeben hat“ sprach NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) - steht eine Partei nun besonders unter Druck: Bereits Stunden nach der Nachricht über die Festnahme sah sich die AfD einer ersten Forderung nach einer öffentlichen Entschuldigung ausgesetzt.

Der Hintergrund: In den Tagen nach der Tat hatten Politiker der Partei mehr oder minder deutlich radikale Muslime oder auch Linke für das Attentat verantwortlich gemacht - und der deutschen Politik einmal mehr schwere sicherheitspolitische Versäumnisse im Kampf gegen den Terror vorgeworfen.

Schnelle Schuldzuweisungen nach dem Anschlag

„Anschlag auf BVB: Islamisten verantwortlich!“, hatte etwa die Bundes-AfD in einem Tweet geschrieben, versehen mit dem Kommentar: „Die Willkommenskultur aller Altparteien hat den Fußball umarmt.“

Auch der bayerische AfD-Landeschef Petr Bystron hatte sich nach dem Anschlag am 11. April auf Facebook zu Wort gemeldet. „Jetzt kapieren es vielleicht auch endlich Uli Hoeneß und Philipp Lahm!“, stand auf einem von ihm geteilten Foto: „IS oder Antifa - im Ergebnis kein Unterschied!“ Zudem sagte er laut merkur.de in einem Facebook-Video: „Jeder, der noch verharmlost und jeder, der schweigt, der macht sich mitschuldig.“

Gegenwind von der CDU und den Usern

Diese Schuldzuweisungen der AfD haben sich nun wohl als verfrüht herausgestellt. Reagiert hat am Freitag unter anderem der Parlamentarische Geschäftsführer der Unions-Fraktion im Bundestag, Michael Grosse-Brömer. „Gibt es dazu jetzt eine öffentliche Entschuldigung der AfD?“, fragte er in einem Tweet. Verlinkt hatte Grosse-Brömer dazu jenen Post des Bundes-AfD, der den Anschlag von Dortmund in die Verantwortung Angela Merkels rückte: „Danke, Merkel!“, stand auf dem zitierten Foto.

Unter Bystrons Posting häuften sich am Freitag empörte User-Kommentare. „Und jetzt war's ein Deutschrusse. Ausgerechnet. Aus Habgier. Na sowas. Jetzt kapieren es vielleicht auch endlich Petr Bystron und Bernd Höcke!“, schrieb beispielsweise ein Nutzer. „Wollen/werden Sie das Bild dem neusten Ermittlungsstand anpassen?“, fragte eine andere Userin. Ob die AfD tatsächlich reagieren wird? Das ist noch offen.

fn

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