Nach Kritik an Silvestereinsatz

„Nafri“-Debatte: Grünen-Chefin gibt Fehler zu 

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Die Grünen-Chefin Simone Peter hat zugegeben, bei ihrer Bewertung des Kölner Polizeieinsatzes in der Silvesternacht zu voreilig agiert zu haben. 

Berlin - Grünen-Chefin Simone Peter hat Fehler bei ihrer Bewertung des Kölner Polizeieinsatzes in der Silvesternacht eingeräumt - ihre Reaktion sei demnach zu voreilig gewesen. 

„Ich hätte abwarten sollen, bis weitere Informationen vorliegen. Das muss ich mir eingestehen“, sagte Peter am Dienstag „Spiegel Online“. Falls der Eindruck entstanden sei, sie würde der Polizei pauschal Rassismus vorwerfen, bedauere sie dies.

„Trotzdem ist es notwendig, dass man Polizeieinsätze in einem Rechtsstaat differenziert diskutiert und beurteilt. Teilweise wurde mir selbst diese Möglichkeit abgesprochen“, sagte die Grünen-Vorsitzende. Sie setze sich gerne mit sachlicher Kritik auseinander. Einige Angriffe auf sie seien aber „diffamierend und verletzend“ gewesen.

Peter hatte zunächst im Gespräch mit der „Rheinischen Post“ gesagt, es stelle sich die Frage nach der Verhältnis- und Rechtmäßigkeit, wenn so viele Menschen allein wegen ihres Aussehens festgehalten würden. Sie kritisierte auch den Gebrauch des Begriffes „Nafris“ für nordafrikanische Intensivtäter durch die Polizei. „Ich wünsche mir, dass Abkürzungen wie „Nafri“, intern wie extern, aus dem Sprachgebrauch verschwinden“, bekräftigte Peter.

Nachdem die Grünen-Politikerin ihre Kritik geäußert hatte, wurde sie für ihre Äußerungen in der Öffentlichkeit attackiert, unter anderem von der Kabarettistin Monika Gruber.

dpa

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