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Ticker zur Diplomatie

Ukraine-Verhandlungen: Kreml bestellt US-Botschafter ein - „Beziehungen am Rande des Zusammenbruchs“

Unterhändler der Ukraine und Russlands sprechen im Krieg miteinander. Der Kreml sieht noch keine Basis für ein Treffen zwischen Selenskyj und Putin. Der News-Ticker zu den Ukraine-Verhandlungen.

  • Ukraine-Krieg*: Delegationen aus Russland und Ukraine verhandelten wieder (Update vom 21. März, 15.02 Uhr).
  • Der Kreml sieht weiter keine Grundlage für Verhandlungen Wladimir Putins* mit Wolodymyr Selenskyj* (Update vom 21. März, 11.36 Uhr).
  • Russland sieht die bilateralen Beziehungen zu den USA am Rande des Zusammenbruchs (Update vom 21. März, 16.29 Uhr).

Dieser News-Ticker ist beendet. Mehr zu den diplomatischen Verhandlungen im Ukraine-Krieg lesen Sie hier.

Update vom 21. März, 19.10 Uhr: Aufgrund der internationalen Reaktionen auf den russischen Überfall auf die Ukraine hat der Kreml nun angekündigt, angedachte Friedensgespräche zwischen Russland und Japan aufzukündigen. Bei den Verhandlungen sollte es um die formelle Beilegung eines Streites zwischen den zwei Ländern gehen, der bis auf den Zweiten Weltkrieg zurückreicht. Moskau habe in der aktuellen Situation jedoch kein Interesse mehr an einer Schlichtung.

Als Begründung führte das Außenministerium in Moskau am Montag die „offen feindselige Haltung“ an, die Japan mit Blick auf den russischen Militäreinsatz in der Ukraine eingenommen habe. Japan füge mit seiner Haltung zu dem russischen Militäreinsatz in der Ukraine den Interessen Moskaus Schaden zu. Bei dem Streit zwischen Russland und Japan geht es um vier kleine Inseln im Kurilen-Archipel. Die sowjetische Armee hatte die Inseln in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges eingenommen. Japan verlangt die Rückgabe der Inseln.

Ukraine-Krieg: Russisches Außenministeriun bestellt US-Boirtschafter ein

Update vom 21. März, 16.29 Uhr: Das russische Außenministerium hat eigenen Angaben zufolge John Sullivan, den US-Botschafter in Moskau, einbestellt. Das berichtet die Agentur Reuters. Demnach wurde dem US-Diplomaten mitgeteilt, die Äußerungen von US-Präsident Joe Biden* über den russischen Präsidenten Wladimir Putin hätten die bilateralen Beziehungen an den Rand des Zusammenbruchs gebracht. Biden hatte zuletzt den Ton gegenüber Putin verschärft. Er bezeichnete den Kreml-Chef als „mörderischen Diktator“ und als „Kriegsverbrecher“.

John Sullivan, der US-Botschafter in Moskau, ist vom russischen Außenministerium einbestellt worden

Sullivan sei außerdem mitgeteilt worden, dass feindliche Aktionen gegen Russland zu einer „entschiedenen und starken Antwort“ führen würden.

Diplomatie im Ukraine-Konflikt: CIA-Chef trifft polnischen Präsidenten Duda

Update vom 21. März, 15.48 Uhr: Der polnische Präsident Andzrej Duda hat wenige Tage vor dem Besuch seines US-Amtskollegen Joe Biden den CIA-Direktor William Burns in Warschau empfangen. Das teilte der polnische Präsidentenpalast am Montag mit. An dem Treffen mit dem Chef des US-Auslandsgeheimdienstes nahmen demnach auch Dudas außenpolitischer Berater Jakub Kumoch und der US-Botschafter in Polen, Mark Brzezinski, teil. Weitere Angaben gab es zunächst nicht.

CIA-Chef William Burns ist am 21. März zu Gesprächen in Polen eingetroffen (Archivfoto)

Biden will diese Woche angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine am Freitag (25. März) nach Polen reisen. In Warschau ist für Samstag ein bilaterales Treffen mit Duda geplant. Dabei solle es um die humanitäre Krise gehen.

Ukraine-Verhandlungen: Beratungen gehen in Arbeitsgruppen weiter

Update vom 21. März, 15.02 Uhr: Mehr als dreieinhalb Wochen nach Kriegsbeginn haben Vertreter Russlands und der Ukraine am Montag erneut verhandelt. Das Gespräch der offiziellen Delegationen habe am Vormittag gut anderthalb Stunden gedauert, sagte der Fraktionsvorsitzende der ukrainischen Präsidentenpartei Sluha Narodu (Diener des Volkes), David Arachamija, der Ukrajinska Prawda zufolge. Danach seien die Beratungen auf Ebene der Arbeitsgruppen weitergegangen. „Heute arbeiten wir den ganzen Tag über“, sagte Arachamija. Zu Inhalten äußerte sich der Politiker zunächst nicht.

Kurz nach Beginn der Invasion am 24. Februar begannen Delegationen beider Länder mit Verhandlungen. Bisher kam es zu keinem Ergebnis. Moskau fordert etwa einen Verzicht der Ukraine auf einen Nato-Beitritt und eine Anerkennung der ostukrainischen Separatistengebiete Donezk und Luhansk als unabhängige Staaten sowie der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim als russisches Gebiet. Kiew will eine Waffenruhe, den Abzug russischer Truppen sowie Sicherheitsgarantien.

Ukraine-Verhandlungen: Tschechischer Ministerpräsident fordert Ausweitung der EU-Sanktionen gegen Russland

Update vom 21. März, 14.46 Uhr: Der tschechische Ministerpräsident Petr Fiala hat eine Ausweitung der EU-Sanktionen gegen Russland wegen des Ukraine-Kriegs gefordert. „Die ganze Welt sieht, dass (der russische Präsident) Wladimir Putin Kriegsverbrechen begeht und in seinem Krieg unschuldige Menschen sterben“, schrieb der liberalkonservative Politiker am Montag bei Twitter. Als Beispiel führte er die Verwüstung der ukrainischen Hafenstadt Mariupol an. Weitere Sanktionen seien der einzige Weg, Putin zu stoppen.

Fiala war vor gut einer Woche mit seinen polnischen und slowenischen Kollegen, Mateusz Morawiecki und Janez Jansa, nach Kiew gereist, um ein Zeichen der Solidarität mit der Ukraine zu setzen. Die Ukraine-Verhandlungen mit Russland stocken derweil.

Der tschechische Ministerpräsident Petr Fiala (2. von links), hier während seines Kiew-Besuchs am 15. März 2022, fordert eine Ausweitung der EU-Sanktionen gegen Russland

Ukraine-Verhandlungen: Tusk will 30.000 zusätzliche Nato-Soldaten in Polen

Update vom 21. März, 14.01 Uhr: Nach Ansicht des ehemaligen EU-Ratspräsidenten und polnischen Oppositionsführers Donald Tusk sollte die Warschauer Regierung angesichts des Kriegs in der Ukraine auf eine deutliche Stärkung der Nato-Präsenz an der Ostflanke pochen. „Das bedeutet mindestens 30.000 zusätzliche Nato-Soldaten alleine in Polen“, sagte er am Montag in Warschau. Laut Regierungssprecher Piotr Müller sind derzeit 10.000 Nato-Soldaten im Land stationiert.

Dies habe Polen bereits nach der russischen Annexion der Krim im Jahr 2014 (dazu mehr in der Chronologie im Ukraine-Konflikt) gefordert, so Tusk weiter. Die Regierenden sollten sich bei den anstehenden Gipfeln von Nato und EU sowie dem Besuch von US-Präsident Joe Biden in Warschau weiter dafür stark machen. Angesichts der derzeitigen Situation sei es „äußerst wichtig“, dass Polen seine Partner dazu bringe, Fragen der erhöhten Nato-Präsenz und Sicherheit sehr ernst zu nehmen, sagte Tusk. „Wenn nicht jetzt, wann dann?“, fragte er.

Ex-EU-Ratspräsident Donald Tusk fordert deutlich mehr Nato-Präsenz in Polen. (Archivfoto)

Ukraine-Verhandlungen: Kreml sieht keine Voraussetzung für ein Treffen des russischen und des ukrainischen Präsidenten

Update vom 21. März, 11.36 Uhr: Hoffnungen auf Ukraine-Verhandlungen auf höchster Ebene laufen weiter ins Leere. Der Kreml sieht weiter keine Voraussetzung für ein Treffen des russischen und des ukrainischen Präsidenten zu Friedensverhandlungen. „Sie haben einfach nichts zum Festklopfen, keine Vereinbarungen, die sie festhalten könnten“, kritisierte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag in Moskau der Agentur Interfax zufolge. Für ein Treffen müssten „Hausaufgaben“ gemacht und die Ergebnisse der Verhandlungen vereinbart werden, bevor sich der russische Präsident Wladimir Putin und sein ukrainischer Kollege Wolodymyr Selenskyj treffen könnten.

Bisher sei das nicht in Sicht, es brauche mehr Dynamik von ukrainischer Seite, meinte Peskow. „Diejenigen, die können, sollten ihren Einfluss auf Kiew nutzen, um Kiew verhandlungsbereiter, konstruktiver bei diesen Verhandlungen zu machen.“

Die „internationalen Strukturen“ sollten auch Druck auf die Ukraine ausüben, damit mehr Menschen über die humanitären Korridore umkämpfte Städte verlassen könnten - „falls natürlich das offizielle Kiew irgendwelche Macht über die nationalistischen Einheiten hat“, sagte Peskow. Russland behauptet immer wieder, nationalistische Kämpfer in der Ukraine würden die Korridore sabotieren. Die Ukraine wiederum wirft russischen Truppen vor, die Zivilisten auf der Flucht zu beschießen.

Ukraine-Verhandlungen: Zweifel an einer Verhandlungslösung mit Putin

Update vom 21. März, 10.40 Uhr: Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP*), sieht im Ukraine-Krieg derzeit keine Möglichkeit für eine Verhandlungslösung. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Verhandlung mit Putin etwas bringt. Das ist tragisch“, sagte Strack-Zimmermann in einem Interview mit dem Fernsehsender phoenix. Man könne Putin nur an seinen Taten messen und nicht an seinen Worten. „Er will offensichtlich eine totale Vernichtung.“ Diese „Form der Entmenschlichung“ sei für zivilisierte Menschen sehr schwer zu ertragen. „Wir sollten aufhören naiv zu sein, oder gar blauäugig zu sein“, so Strack-Zimmermann.

Ukraine-Verhandlungen: Weitere Sanktionen gegen Russland gefordert

Update vom 21. März, 9.15 Uhr: Der Sicherheitsberater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, Ihor Schowka, hat die EU zu weiteren Sanktionen gegen Russland aufgefordert. Der Handel mit russischem Gas und Öl müsse blockiert und weitere Konten eingefroren werden, sagte Schowka am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“ laut Simultanübersetzung des Senders. Die Ukraine kämpfe nicht nur für ihr eigenes Land, sondern für ganz Europa.

Schowka nannte die russischen Angriffe auf die belagerte Stadt Mariupol Völkermord. Alle 15 Minuten würden in der Hafenstadt russische Raketen einschlagen. Bei den Angriffen würden jeden Tag Zivilisten getroffen. „Wir brauchen auf jeden Fall dringend Luftverteidigungsfähigkeiten“, sagte der Selenskyj-Berater. Die Ukraine habe deswegen Deutschland und andere europäische Länder um Unterstützung gebeten.

Ukraine-Verhandlungen: Selenskyj bezeichnet Jerusalem als den „richtigen Ort, um Frieden zu finden“

Update vom 21. März, 8.10 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Jerusalem als den „richtigen Ort, um Frieden zu finden“, bezeichnet. In einem am Sonntagabend auf dem Internetdienst Telegram veröffentlichten Video verwies der Staatschef auf die Vermittlerrolle Israels im Krieg mit Russland. Selenskyj verwies in dem Video auch auf seinen Auftritt vor dem israelischen Parlament früher am Tag. Dieser mache den „russischen Propagandisten“ ihre Arbeit „schwer“.

Der Jude Selenskyj spielte damit auf die russische Behauptung an, dass die Ukraine von „Neonazis“ geführt werde. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte seinen Einmarsch im Nachbarland mit einer angeblichen „Entnazifizierung“ der Ukraine begründet.

Selenskyj hatte Israel aufgefordert, eine „Wahl“ zwischen Russland und der Ukraine zu treffen. Bislang hatte sich Israel um gute Beziehungen zu beiden Regierungen bemüht. In beiden Ländern gibt es bedeutende jüdische Minderheiten. So lehnte Israel ukrainische Forderungen nach militärischer Unterstützung oder Sanktionen gegen Russland ab. Gleichzeitig verpflichtete sich die Regierung, russischen Oligarchen mit israelischer Staatsbürgerschaft nicht bei der „Umgehung“ westlicher Sanktionen zu helfen.

Ukraine-Verhandlungen: Griechischer Diplomat verlässt Mariupol – und macht Stalingrad-Vergleich

Update vom 21. März, 7.45 Uhr: Einer der letzten europäischen Diplomaten hat die belagerte ukrainische Hafenstadt Mariupol verlassen. Nach seiner Rückkehr in Athen sagte der griechische Konsul Manolis Androulakis am Sonntag: „Mariupol wird in eine Liste von Städten in der Welt aufgenommen werden, die durch den Krieg völlig zerstört wurden, wie Guernica, Stalingrad, Grosny, Aleppo.“ Er rief die Menschen dazu auf, „ihre Stimmen zu vereinen, um einen Waffenstillstand zu fordern“.

In Griechenland wird Androulakis als Held gefeiert, weil er bis zuletzt erfolgreich die Ausreise zahlreicher griechischer Bürger aus der Stadt organisiert hatte. In der Ukraine gibt es seit dem 18. Jahrhundert eine große griechische Minderheit. „Wir haben versucht, so viele Auswanderer wie möglich zu retten“, sagte Androulakis.

Er schilderte schlimme Szenen aus der Hafenstadt, wo er nach russischen Angriffen auf den Straßen verstreute menschliche Gliedmaßen gesehen hatte. Die Zivilisten würden „blind“ getroffen und seien „hilflos“, sagte er. Androulakis betonte: „Helden sind die Menschen, die dort geblieben sind und versuchen werden, ihr Leben von Grund auf neu aufzubauen“.

Verhandlungen im Ukraine-Krieg: Unterhändler der Ukraine und Russlands sprechen am Montag

Update vom 21. März, 7.30 Uhr: Unterhändler der Ukraine und Russlands haben für Montag eine neue Verhandlungsrunde per Videoschalte vereinbart. Schon am Morgen wollten die beiden Teams die Gespräche aufnehmen, sagte der ukrainische Präsidentenberater Mychajlo Podoljak am späten Sonntagabend der Agentur Unian. „Zuletzt haben Arbeitsgruppen beider Seiten intensiv gearbeitet.“ Am vergangenen Montag waren die bisher letzten Friedensgespräche auf höherer Ebene geführt worden.

Nach Meinung Podoljaks könnten die Verhandlungen mit Moskau über ein Ende des Kriegs noch „mehrere Wochen“ dauern. Allerdings gebe es inzwischen Anzeichen, dass Moskaus Position zuletzt „angemessener“ und realistischer worden sei. Genauere Angaben dazu machte er nicht.

Moskaus Maximalforderungen beinhalten die Neutralität der Ukraine sowie eine Entmilitarisierung des Nachbarlandes. Außerdem fordert Russland die Anerkennung der Krim als russisches Staatsgebiet sowie die Unabhängigkeit der abtrünnigen sogenannten Volksrepubliken Donezk und Luhansk. Die Ukraine hat bisher Kompromissbereitschaft bei den Gesprächen über die Neutralität des Landes signalisiert, fordert aber starke Sicherheitsgarantien des Westens. Zudem besteht Kiew auf territorialer Unversehrtheit.

Ukraine-Verhandlungen: Slowenien schickt Diplomaten zurück nach Kiew

Update vom 21. März, 6.45 Uhr: Wenige Tage nach seinem Überraschungsbesuch in Kiew hat Sloweniens Regierungschef Janez Jansa die Rückkehr der Diplomaten seines Landes in die ukrainische Metropole angekündigt. Die Ukraine brauche direkte diplomatische Unterstützung, begründete Jansa am Sonntag die Entscheidung auf Twitter. „Wir arbeiten daran, dass auch die EU dasselbe tut.“

Sloweniens Botschafter und weiteres Botschaftspersonal, die Kiew zusammen mit vielen Diplomaten anderer Länder mit Kriegsausbruch verlassen hatten, werden nach einem Bericht des slowenischen Fernsehens noch in dieser Woche zurückkehren. „Sie sind Freiwillige“, betonte Jansa.

Ukraine-Verhandlungen: Außen- und Verteidigungsminister der EU kommen in Brüssel zusammen

Update vom 20. März, 19.53 Uhr: Die EU sucht weiter einen diplomatischen Weg aus dem Ukraine-Krieg. Am Montag kommt es in Brüssel zu Gesprächen der Außen- und Verteidigungsminister der Europäischen Union (ab 9.30 Uhr). Dabei geht es um weitere humanitäre wie militärische Hilfe für die Ukraine sowie die mehr als zwei Millionen Flüchtlinge. Vorgesehen dazu ist ein Austausch mit dem ukrainischen Nachbarland Moldau.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock* (Grüne) will dem Vernehmen nach ihren Aufruf erneuern, Schlupflöcher in den Sanktionen gegen Russland* zu schließen. Zusammen mit den Verteidigungsministern will der Rat zudem eine neue EU-Sicherheitsstrategie annehmen. Der „strategische Kompass“ des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell sieht unter anderem eine schnelle Eingreiftruppe mit bis zu 5000 europäischen Soldaten vor.

Selenskyj bietet Putin Verhandlungen an - und zieht in Israel-Rede Vergleich mit Nazi-Deutschland

Update vom 20. März, 18.56 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einer Video-Botschaft an Israel Russland mit Nazi-Deutschland gleichgesetzt und dem Kreml einen Plan zur Auslöschung der Ukraine vorgeworfen.

Selenskyj, Staatsoberhaupt mit jüdischen Wurzeln, erinnerte dabei an die sogenannte „Endlösung der Judenfrage“, wie die Ermordung von Millionen Juden in Europa durch Nazi-Deutschland genannt wurde. Der Ukraine-Krieg sei „ein großflächiger und hinterhältiger Krieg, der auf die Vernichtung unseres Volkes, unserer Kinder, unserer Familien, unseres Staates abzielt“, sagte Selenskyj in dem Video-Auftritt vor israelischen Abgeordneten. Die Ukraine befinde sich damit in einer ähnlich prekären Situation, wie der jüdische Staat im Nahen Osten.

Im Hinblick auf die ständigen russischen Raketenangriffe sagte Selenskyj: „Jeder in Israel weiß, dass Ihre Raketenabwehr die beste ist. Jeder weiß, dass Ihre Waffen stark sind.“ Für ihn stelle sich daher die Frage, warum Israels Regierung bisher weder Waffen an Kiew geliefert, noch sich den westlichen Sanktionen gegen Moskau angeschlossen habe. Israel tritt im Ukraine-Krieg als Vermittler auf, da das Land sowohl zur Ukraine als auch zu Russland gute Beziehungen pflegt.

Selenskyj hatte vergangene Woche auch vor dem Deutschen Bundestag eine Rede mit starken historischen Bezügen gehalten.

Update vom 20. März, 18.24 Uhr: Der Ukraine-Krieg läuft seit fast vier Wochen. Die Verhandlungen brachten bisher kein Ende des eskalierten Konflikts. Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj will daher weiter direkt mit Wladimir Putin verhandeln (siehe voriges Update). Was aber ist von diesen Gesprächen zu erwarten?

Beamte der USA und der NATO sind offenbar der Ansicht: nicht allzu viel. Putin werde nicht von seinen ursprünglichen Forderungen abrücken, berichtet der US-Senders CNN unter Verweis auf Geheimdienstquellen. Im Westen gebe es große Zweifel hinsichtlich der Glaubwürdigkeit Moskaus in den Verhandlungsgesprächen.

Die Biden-Regierung sehe keine Anzeichen dafür, dass Putin zu einer Deeskalation des Konflikts bereit ist. Ein nicht namentlich genannter US-Beamter sagte außerdem, dass die USA die Ukraine nicht unter Druck setzen würden, bestimmte Zugeständnisse zu akzeptieren oder abzulehnen. Die USA seien nicht nicht in den Verhandlungsprozess eingebunden.

Der ukrainische Geheimdienst streut unterdessen eine brisante, aber unbestätigte These: Angeblich erwägen russische „Eliten“ einen Putsch gegen Präsident Wladimir Putin.

Ukraine-Verhandlungen: Selenskyj bietet Putin Gespräch an - warnt aber vor „Drittem Weltkrieg“

Update vom 20. März, 17.15 Uhr: Wolodymyr Selenskyj hat sich erneut zu direkten Verhandlungen mit Wladimir Putin bereit gezeigt. „Ich bin bereit für Verhandlungen mit ihm“, sagte Selenskyj am Sonntag im US-Sender CNN laut Übersetzer. „Wenn es nur eine einprozentige Chance gibt, diesen Krieg zu stoppen, dann denke ich, dass wir sie ergreifen müssen.“ Sollten alle Friedensbemühungen scheitern, „würde es bedeuten, dass dies ein dritter Weltkrieg ist“.

Selenskyj machte deutlich, dass die Souveränität und territoriale Unversehrtheit der Ukraine nicht zur Verhandlung stehen. Von westlichen Staats- und Regierungschefs forderte der ukrainische Präsident Sicherheitsgarantien für sein Land. Selenskyj präsentierte in der Sendung auch ein Video, das erschütternde Kriegsszenen in der Ukraine zeigte, zugleich aber Optimismus verbreiten sollte. „Wir werden gewinnen, und es wird neue Häuser, neue Städte, neue Träume geben“, hieß es in dem Clip.

Ukraine-Verhandlungen - Russlands Ex-Ministerpräsident: Putin von Reaktionen des Westens „geschockt“

Erstmeldung/Überblick: Kiew/Moskau - Der Ukraine-Konflikt* ist weiterhin eskaliert: Die Kämpfe im ganzen Land halten weiter an. In den Verhandlungen konnten sich Russland und die Ukraine bislang nicht einigen. Die europäischen Sanktionen zeigten offenbar Wirkung bei Putin. Doch europäische Außenminister warnen vor Verhandlungslügen Russlands.

Der ehemalige russische Ministerpräsident Michail Kassjanow erklärte, dass die europäischen Sanktionen* den russischen Präsidenten Wladimir Putin überrascht hätten. „Putin ist von der Partnerschaft der EU und der transatlantischen Partner verwundert und geschockt“, sagte der Kassjanow der Bild-Zeitung. Kassjanow war von 2002 bis 2004 Ministerpräsident unter Putin - mittlerweile bezeichnet er sich selbst als Oppositionellen.

Die EU-Sanktionen setzten den russischen Präsidenten enorm unter Druck, analysiert Kassjanow. „Einzig Öl und Gas halten die russische Wirtschaft am Leben“, so der Ex-Ministerpräsident. Ein baldiges Kriegsende werden die Sanktionen allerdings nicht erzeugen. „Putin braucht den Krieg, er braucht den Sieg“, meint Kassjanow. Er fordert deshalb, dass die Waffenlieferungen in die Ukraine fortgesetzt werden. Trotz der Gefahren einer Flugverbotszone über der Ukraine könnte diese den Krieg stoppen, so der russische Politiker.

Ukraine-Krieg: Außenminister werfen Russland Lügen vor

Die britische Außenministerin Liz Truss warnte, dass Putin die Verhandlungen als Ablenkungsmanöver für eine militärische Neuordnung nutze. „Was wir bislang gesehen haben, ist ein Versuch der Russen, Zeit für eine Reorganisation zu gewinnen“, sagte sie der Times. Anzeichen für einen Abzug der russischen Truppen gebe es nicht. Putin zeigte sich nicht als vertrauensvoller Verhandlungspartner: Wieder und wieder habe Moskau gelogen, so Truss. Die Regierung in Kiew habe aber selbstverständlich das Recht, Gespräche mit Russland zu führen.

Ähnlich äußerte sich auch ihr französischer Amtskollege Jean-Yves Le Drian. Bereits am Donnerstag (17. März) hatte er vor den Lügen Russlands gewarnt. Er warf Russland vor, nur zum Schein mit der Ukraine zu verhandeln. Russland verfolge dieselbe Strategie wie bereits in Grosny, in Tschetschenien, und im syrischen Aleppo. „Erst bombardieren, dann sogenannte humanitäre Korridore einrichten, um dem Gegner vorzuwerfen, sie nicht zu respektieren, und schließlich verhandeln, nur um den Eindruck zu erwecken, dass verhandelt wird“, sagte Le Drian der Zeitung Le Parisien. Russland wolle weiter die Waffen sprechen lassen, hob Le Drian hervor. (sf/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von Ippen.Media.

Rubriklistenbild: © Mikhail Klimentyev

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