Nach „Erdowie, Erdowo, Erdogan“

Neuer Erdogan-Song: „Extra 3“ befeuert Türkei-Streit

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Recep Tayyip Erdogan bei einem Auftritt am Mittwoch in Ankara

Hamburg - Vor einem Jahr hatte die NDR-Satiresendung „Extra 3“ mit einem Song für Ärger beim türkischen Präsidenten Erdogan gesorgt. Nun versuchen die Macher eine Neuauflage.

Die Satiresendung „extra 3“ hat erneut ein Lied über den türkischen Präsidenten getextet. Ein Jahr nach ihrem Beitrag „Erdowie, Erdowo, Erdogan“, der damals einen Eklat auslöste, nimmt sich die Redaktion Recep Tayyip Erdogan noch einmal vor - nach Angaben des NDR wieder zur Musik von Nena. 

Diesmal gibt es zur Melodie von „99 Luftballons“ Textzeilen wie „Er will, dass Frau'n fünf Kinder kriegen. Klar, dass alle auf ihn fliegen“. Oder über die Journalisten in der Türkei: „Die werden erstmal eingelocht. Todesstrafe kommt dann noch.“ Zu sehen ist die Sendung an diesem Donnerstagabend um 22.45 Uhr im Ersten.

Türkei bestellte Botschafter ein

Vor gut einem Jahr, am 17. März 2016, hatte das Satiremagazin des Norddeutschen Rundfunks zu Nenas Hit „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ das Vorgehen der türkischen Regierung gegen Medien, Demonstranten und Kurden satirisch zum Thema gemacht. Das türkische Außenministerium in Ankara bestellte daraufhin den deutschen Botschafter ein, um dagegen zu protestieren. 

Die bislang bekannten Textzeilen des neuen „Extra 3“-Songs sind Reaktionen auf aktuelle Äußerungen Erdogans. Im eskalierenden Streit mit Europa hatte der türkische Staatspräsident seine dort lebenden Landsleute vergangene Woche aufgefordert, ihren Einfluss auszuweiten und mehr Kinder zu zeugen. „Macht nicht drei, sondern fünf Kinder, denn Ihr seid die Zukunft Europas“, sagte Erdogan. „Das wird die beste Antwort sein, die Ihr auf die Unverschämtheiten, Feindseligkeiten und Ungerechtigkeiten, die man Euch antut, geben könnt.“

Die Passage über inhaftierte Journalisten ist eine Anspielung unter anderem auf den Fall des deutsch-türkischen Korrespondenten Deniz Yücel. Er war vor drei Wochen in Untersuchungshaft genommen worden und sitzt im Gefängnis Silivri westlich von Istanbul. Yücel werden Terrorpropaganda und Volksverhetzung vorgeworfen. Erdogan hatte Yücel zudem beschuldigt, ein „Terrorist“ und ein „deutscher Agent“ zu sein.

dpa/fn

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