Kritik und Rückhalt

„Nicht gut durchdacht“: Gauland glaubt nicht an Petry-Abschied

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Frauke Petry und Alexander Gauland im April 2016 

Berlin - Verlässt Frauke Petry die AfD? Vize-Chef Alexander Gauland bezweifelt das. Er gibt Petry aber noch einen Seitenhieb mit.

AfD-Vize Alexander Gauland rechnet nicht mit einem Rückzug von Parteichefin Frauke Petry aus der Politik. Er glaube nicht, dass Petry sich wirklich zurückziehen wolle, sagte Gauland dem Tagesspiegel vom Freitag. Petry hatte zuvor in einem Gespräch mit der Zeitung gesagt: "Weder die Politik, noch die AfD sind für mich alternativlos." Gauland nannte Petrys Äußerungen "nicht gut durchdacht". 

"Ich nehme das nicht ernst", sagte er. Unterstützung erhält Petry vom Berliner Landesverband. AfD-Landeschef Georg Pazderski sagte dem Tagesspiegel, Petry stehe "in der ersten Reihe der deutschen Politik und genau dort gehört sie auch hin". 

Oppermann: Petry verlässt das sinkende Schiff

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann wertete die Diskussion indes als weiteres Indiz für die "Zerstrittenheit der AfD". Nun erwäge die Vorsitzende, als Erste das sinkende Schiff zu verlassen. Die SPD werde weiter dafür kämpfen, dass die AfD nicht in den Bundestag komme, "egal ob mit Frau Petry oder ohne", sagte Oppermann dem Tagesspiegel

Die 41 Jahre alte und hochschwangere Politikerin hatte der Zeitung gegenüber von einem "enormen Kraftaufwand" und dem "Abschied von einem geregelten Leben" durch die Arbeit in der AfD gesprochen. "Es ist sinnvoll, ab und an das eigene Leben zu überdenken und neu zu justieren", fügte sie hinzu. 

Petry ist in ihrer von Flügelkämpfen geprägten Partei teilweise heftiger Kritik ausgesetzt. Auf dem Landesparteitag in Sachsen brach sie deswegen vor wenigen Tagen sogar in Tränen aus. Von ihrem sächsischen Landesverband wurde sie aber auf Platz eins der Liste für die Bundestagswahl gesetzt. 

Ungeklärt ist derzeit die Frage nach der bundesweiten Spitzenkandidatur der AfD. Nun soll der Bundesparteitag Ende April entscheiden, ob die AfD mit einem Spitzenteam oder einem einzigen Spitzenkandidaten in die Bundestagswahl zieht.

dpa/fn

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