Nordkorea wirft Südkorea "Kriegserklärung" vor

kim
+
Kim Tae-young (rechts, hier mit Armee-stabschef Lim Choung-bin) kann das Säbelrasseln nicht lassen.

Seoul - Der Ton zwischen beiden koreanischen Staaten verschärft sich wieder: Als “offene Kriegserklärung“ kritisierte das nordkoreanische Militär Pläne Südkoreas.

Der südkoreanische Verteidigungsminister Kim Tae Young hatte nämlich bekräftigt, Südkorea müsse für den Fall eines bevorstehenden Angriffs mit Atomwaffen durch Nordkorea zum Erstschlag bereit sein. Durch diese Äußerung sei eine “ernste Situation“ entstanden, die jederzeit zu einem Krieg führen könnte, hieß es am Sonntag in einer Erklärung des Generalstabs der nordkoreanischen Volksarmee. “Unsere revolutionären Streitkräfte werden das Szenario eines Präventivschlags, die die südkoreanische Puppenregierung als Staatspolitik angenommen hat, als offene Kriegserklärung auffassen.“ Auch wurde mit der Zerstörung wichtiger Ziele in Südkorea gedroht, falls das Land die “Würde und Souveränität“ Nordkoreas verletze.

Kim hatte bereits vor zwei Jahren als damaliger Vorsitzender des Generalstabs ähnliche Bemerkungen gemacht. Schon damals drohte Nordkorea, das bisher zwei Atomtests unternommen hat, mit der Zerstörung des Nachbarstaates. Beide Staaten befinden sich völkerrechtlich noch im Kriegszustand, da seit dem Ende des Korea-Kriegs (1950-53) kein Friedensvertrag geschlossen worden ist. Trotz der Warnungen Kim Tae Youngs hatte Nordkorea der Fortsetzung von Gesprächen zwischen Regierungsbeamten beider Länder über die Weiterentwicklung des gemeinsamen Industrieparks in der nordkoreanischen Grenzstadt Kaesong zugestimmt. Auch hatte Nordkorea nach südkoreanischen Angaben am Freitag Militärgespräche mit Südkorea über Probleme beim Grenzübertritt nach Kaesong und mit der Kommunikation vorgeschlagen.

dpa

Kommentare