Militärparade inmitten der Krise

Nordkoreas "Tag der Sonne" als Drohgebärde gegen die USA

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Nordkorea feierte seinen „Tag der Sonne“ mit einer riesigen Militärparade.

Pjöngjang/Seoul - Nordkorea hat den 105. Geburtstag seines verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung mit einer großen Militärparade begangen. Dabei wurde erstmals auch eine besondere Rakete der Öffentlichkeit präsentiert.

Angeführt von einer Militärkapelle marschierten beim "Tag der Sonne" Tausende Soldaten durch das Stadtzentrum der Hauptstadt Pjöngjang, begleitet von Panzern und anderen Militärfahrzeugen. "Die heutige Parade ist eine Chance, unsere mächtige Militärmacht zu zeigen", sagte ein Sprecher im Staatsfernsehen. Der autoritär regierende Staatschef des abgeschotteten Lands, Kim Jong Un, beobachtete die Parade von einem Podium aus. 

Nach Angaben des südkoreanischen Militärs stellte Nordkorea während der Parade auch ein neues Modell einer ballistischen Interkontinentalrakete mit mobiler Abschussrampe vor, wie die staatsnahe südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtet. Ebenso wurden erstmals U-Boot-Raketen vom Typ Pukkuksong öffentlich auf einer Parade gezeigt. Die Pukuksong hat eine Reichweite von rund Tausend Kilometer. Militärexperten beobachten die Paraden der nordkoreanischen Armee in der Regel genau, um Schlüsse über militärische Fortschritte des Landes ziehen zu können.

Anders als bei früheren Militärparaden waren diesmal keine hochrangigen chinesischen Regierungsvertreter anwesend. Ebenso wurde die Parade dieses Mal nicht wie bislang üblich von einem Militärkommando mit einem überlebensgroßen Porträt des Staatsgründers Kim Il Sung eröffnet.

Nordkorea droht USA bei Atomangriff mit atomarer Vergeltung

Man werde Atomangriffe mit Atomschlägen vergelten, sagte Choe Ryong Hae, Sekretär der nordkoreanischen Arbeiterpartei, während einer Gratulationsrede im nordkoreanischen Staatsfernsehen. Nordkorea sei bereit, einen "vollständigen Krieg mit einem vollständigen Krieg zu beantworten und auf jeden Atomangriff mit einem Atomangriff auf unsere Weise zu reagieren", sagte die Nummer zwei des stalinistisch geführten Landes.

Zuletzt wurde weltweit befürchtet, dass die kommunistische Regierung anlässlich des Geburtstags einen weiteren Atomwaffentest unternehmen könnte - während US-Kriegsschiffe auf die koreanische Halbinsel zusteuern. US-Experten zufolge zeigten Satellitenbilder bereits verdächtige Aktivitäten auf dem Testgelände Punggye Ri. 

Die nordkoreanische Führung wolle "eine klare Botschaft an die USA senden als Antwort auf die jüngste Rhetorik der Trump-Regierung und die militärischen Schritte, welche die USA vorgenommen haben", sagte Evans Revere von der Brookings Institution in Washington der Nachrichtenagentur AFP.

Ein neuer Atomtest "kann nicht ausgeschlossen werden", sagte Evans. Aber der US-Luftangriff in Syrien und die Drohungen aus Washington könnten Pjöngjang zunächst abwarten lassen. "Eine Parade ist ein deutlich sichtbarer aber nicht-kinetischer Weg, seine Fähigkeiten vorzuzeigen", sagte der Experte.

Die Führung im Norden strebt trotz internationaler Ächtung den Bau von Atomwaffen mit großer Reichweite an. Zuletzt gab es mehrere Raketentests, ein Atomwaffentest könnte bald bevorstehen.

Trump: "Das Problem Nordkorea wird angegangen"

Nach mehreren Raktentests der Nordkoreaner hatte US-Präsident Donald Trump mehrfach mit einem Eingreifen gedroht, um eine Bewaffnung des Landes mit weit reichenden Atomraketen zu verhindern. Als Demonstration der Stärke wird am Wochenende ein Flottenverband mit dem Flugzeugträger "USS Carl Vinson" in den Gewässern nahe der Koreanischen Halbinsel erwartet. Am Ostersonntag kommt US-Vizepräsident Mike Pence in die südkoreanische Hauptstadt Seoul.

Präsident Donald Trump sagte laut "Defense News" auf die Frage, ob der Einsatz einer Riesen-Bombe in Afghanistan auch ein Signal an Nordkorea sei: "Nordkorea ist ein Problem - das Problem wird angegangen."

Eine große Rolle in dem Konflikt spielt China. Die USA wollen China dazu bewegen, den Druck auf seinen Nachbarn und traditionellen Verbündeten zu erhöhen. Auf Twitter schrieb der US-Präsident: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass China angemessen mit Nordkorea umgehen wird. Wenn sie dazu nicht in der Lage sind, werden die Vereinigten Staaten es mit ihren Verbündeten sein."

Der "Tag der Sonne"

Kims Geburtstag wird als "Tag der Sonne" bezeichnet. Er ist der höchste Feiertag des Landes. Der frühere nordkoreanische Staatschef ist auch 23 Jahre nach seinem Tod im Alltag der Nordkoreaner allgegenwärtig. Um den "ewigen Präsidenten" und als Staatsgründer verehrten Kim wie um seinen Sohn Kim Jong Il sowie seinen Enkel und jetzigen Machthaber Kim Jong Un wird ein intensiver Personenkult betrieben.

Riesige Militärparade: Nordkorea feiert seinen "Tag der Sonne"

dpa/afp

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