Ticker zum Anti-Terror-Einsatz

Nach Freilassung der elf mutmaßlichen Islamisten in NRW/BW: Ermittlungen laufen weiter

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Die Polizei hat bei Durchsuchungen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg zehn mutmaßliche Islamisten wegen Terrorverdachts festgenommen. (Symbolfoto)

Nach dem Anti-Terror Einsatz in NRW und BW prüfen die Ermittler nun mögliche Verbindungen der Verdächtigen zur Terrormiliz Islamischer Staat.

Update vom 31. März, 12.37 Uhr: 

Nach dem Anti-Terror-Einsatz gegen eine mutmaßliche Zelle der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sind alle elf vorläufig Festgenommenen wieder auf freiem Fuß.

Die Ermittlungen gegen mindestens sechs der elf wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat gehen aber weiter. Dazu würden unter anderem Computer und Datenträger ausgewertet, die bei den Durchsuchungen am Freitag und Samstag beschlagnahmt worden seien. Ergebnisse lägen noch nicht vor, sagte der Sprecher. Waffen und Sprengstoff waren bei den Durchsuchungen nicht gefunden worden.

Neun der elf vorübergehend festgenommenen Männer sind den Angaben zufolge Tadschiken, ein weiterer ist deutscher Staatsangehöriger, einer Türke. Die Ermittlungen gegen die mutmaßliche IS-Zelle liefen bereits seit längerer Zeit. Wie groß die Zelle ist, müsse noch geklärt werden, sagte Oberstaatsanwalt Daniel Vollmert.

Auslöser für den Zugriff war die Irrfahrt eines 19-jährigen Tadschiken durch die Fußgängerzone in der Essener Innenstadt am Freitag. Der Mann sitzt inzwischen wegen des Vorwurfs des versuchten Mordes in Untersuchungshaft. Zu der mutmaßlichen Terrorzelle gehört er nach Angaben der Ermittler aber nicht. Zu seinem Motiv und den Hintergründen der Irrfahrt konnte die Essener Polizei am Sonntag noch keine Angaben machen.

Update 13.25 Uhr:

Die Irrfahrt eines 19-jährigen Tadschiken in der Essener Innenstadt am Freitag war der Anlass für den Anti-Terror-Einsatz in zwei Bundesländern. „Da hatte man die Befürchtung, dass das vielleicht der Auftakt ist für mehrere Anschlagsszenarien“, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf am Samstag. Das habe sich aber nicht bestätigt. Zwischen beidem gebe es keinen Zusammenhang.

Bei dem Anti-Terror-Einsatz hatte die Polizei seit Freitagmorgen Sprengstoff und Waffen bei einer Gruppierung gesucht, die der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angehört oder mit ihr sympathisiert. Dabei waren elf Männer festgenommen worden. Es seien überwiegend Tadschiken, sagte der Sprecher weiter. Ein dringender Tatverdacht habe sich jedoch nicht erhärten lassen, so dass am Samstag für alle elf die Freilassung angeordnet wurde.

Der polizeibekannte 19-Jährige war am Freitagmorgen mit seinem Wagen mit „deutlich überhöhter Geschwindigkeit“ durch eine Fußgängerzone der Essener Innenstadt gefahren. Ein Spezialeinsatzkommando nahm den Mann schließlich fest - sein Auto hatte er da schon geparkt. Ermittelt wird wegen versuchter Tötung.

„Das war der Grund, dass die Durchsuchungsaktion am gestrigen Tage angelaufen ist, um sicherzustellen, dass die Verdächtigen in unserem Tatkomplex nicht tatsächlich an dem Tag etwas umsetzen“, sagte Oberstaatsanwalt Daniel Vollmert. Es habe zwar nicht den Verdacht gegeben, „dass die eine Amokfahrt planen. Aber es gibt ja genügend Beispiel für terroristische Anschläge unter Verwendung eines Kraftfahrzeugs“. In dem Moment sei nicht auszuschließen gewesen, dass die tadschikische Person in Essen Teil der Gruppierung gewesen sei.

Elf mutmaßliche Islamisten in NRW und BW festgenommen: Freilassung angeordnet

Update 13.00 Uhr: 

Für die bei Anti-Terror-Einsätzen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg festgenommenen mutmaßlichen Islamisten ist die Freilassung angeordnet worden. Die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf bestätigte am Samstag entsprechende Medienberichte. Einige Männer seien bereits wieder auf freiem Fuß, sagte ein Behördensprecher am Mittag. Bei den Durchsuchungen habe man „keinen Sprengstoff und keine Waffen“ finden können. Dies sei der Verdacht gewesen. Die Ermittlungen wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat liefen aber weiter.

Dass kein Haftbefehl beantragt werde, bedeute, dass kein dringender Tatverdacht bestehe, erklärte der Sprecher weiter. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte am Samstagvormittag zunächst von zehn Verdächtigen gesprochen. Am Mittag korrigierte der Sprecher diese Zahl auf elf.

Erstmeldung:

Düsseldorf - Bei Anti-Terror-Einsätzen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg hat die Polizei zehn mutmaßliche Islamisten festgenommen. Sie sollen einen Terroranschlag geplant haben. Es bestehe der Verdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat, sagte ein Sprecher der federführenden Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf am Samstag.

Es gebe jedoch keine Hinweise auf konkrete Ziele oder eine konkrete Tat, betonte er. Die Polizei prüft demnach mögliche Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS). „Wir vermuten, dass es eine Splittergruppe des IS oder Sympathisanten sind“, sagte er weiter. Zuvor hatten die „Bild“-Zeitung und die „Rheinische Post“ berichtet.

Terrorverdacht in zwei Bundesländern: Durchsuchungen in Essen, Düsseldorf, Wuppertal, Mönchengladbach, Duisburg und Ulm

Es habe Durchsuchungen in Essen, Düsseldorf, Wuppertal, Mönchengladbach, Duisburg sowie im baden-württembergischen Ulm gegeben. Die Maßnahmen hätten am Freitagmorgen begonnen und bis Samstagmorgen gedauert. „Man muss gucken, ob das gefunden wurde, was gesucht wurde“, so der Sprecher. Ob Haftbefehle gegen die zehn beantragt würden, sei noch unklar.

Unter den zehn Festgenommenen sei ein Tadschike. Über die Nationalität der anderen Verdächtigen wurde zunächst nichts bekannt. Einen Zusammenhang mit der Irrfahrt eines 19-Jährigen am Freitag in der Essener Innenstadt sahen die Ermittler nicht. Dieser war am Morgen mit seinem Wagen mit erhöhter Geschwindigkeit unterwegs, Zeugen zufolge auch in einer Fußgängerzone der Ruhrmetropole. Ein Spezialeinsatzkommando nahm den Mann schließlich fest - sein Auto hatte er da schon geparkt. Ein Zeuge hatte das Auto entdeckt und die Polizei alarmiert.

Nach ICE-Anschlägen in Bayern und in Berlin ist ein mutmaßlicher IS-Sympathisant in Wien festgenommen worden. Anders als angenommen ist er wohl doch kein Einzeltäter.

dpa

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