Streit wegen Sicherheitspannen

Vor NRW-Wahl: Hitziges TV-Duell zwischen Kraft und Laschet

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Diskutierten über die Zukunft von NRW: Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (l.) und Herausforderer Armin Laschet stellten sich zum TV-Duell.

Düsseldorf - Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Herausforderer Armin Laschet haben sich vor der NRW-Wahl ein hitziges TV-Duell geliefert. Bei einigen Themen herrscht aber Einigkeit. 

Update vom 14. Mai 2017: Er ist der neue Ministerpräsident von NRW. Wir haben bereits zusammengefasst, was Sie zu Armin Laschet, dem Sieger der Wahl 2017 in NRW wissen müssen.

Knapp zwei Wochen vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen haben sich Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und ihr CDU-Herausforderer Armin Laschet ein hitziges TV-Duell geliefert. Während in der Sicherheitspolitik scharfe Differenzen deutlich wurden, zeigten Kraft und Laschet am Dienstagabend vor den Kameras vor allem in der Integrationspolitik auch Übereinstimmung.

Im einzigen TV-Duell vor der NRW-Landtagswahl am 14. Mai attackierte Laschet erneut Landesinnenminister Ralf Jäger. Der SPD-Politiker trage die Verantwortung für Sicherheitspannen unter anderem im Terrorfall Anis Amri und in der Kölner Silvesternacht. „Wir finden, dass er zum Sicherheitsrisiko geworden ist“, sagte Laschet. In NRW gebe es 144 Einbrüche pro Tag - so viele wie Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz zusammen. Kraft stellte sich dagegen erneut vor ihren umstrittenen Innenminister. „Bisher gab es für mich keinen Anlass, ihn nach Hause zu schicken.“

Kanzlerin Angela Merkel zählt NRW-Mängel auf

Dauerstaus und Präventionsprojekt „Kein Kind zurücklassen“

Gestritten wurde auch über die Dauerstaus in NRW und über das Kernprojekt der rot-grünen Landesregierung „Kein Kind zurücklassen“. Laschet bezeichnete das Präventionsprojekt gegen vererbte soziale Benachteiligung als „Überschrift“. Es gehe nicht, dass Rot-Grün für dieses Vorhaben Schulden mache. Im Streit um die Rekordverschuldung von rund 140 Milliarden Euro hielt Kraft dagegen: „Wir haben den Mut gehabt, Schulden weniger schnell abzubauen, weil wir 7000 Lehrerstellen geschaffen haben.“

In den Meinungsumfragen hat die regierende rot-grüne Koalition seit längerem keine Mehrheit mehr. Die SPD schneidet aber am besten ab. Die wahrscheinlichste Konstellation ist derzeit eine große Koalition mit der CDU.

Einigkeit bei Schul- und Flüchtlingspolitik

In der Schul- und Flüchtlingspolitik zeichneten sich am ehesten Einigungslinien ab. Kraft betonte, NRW habe immer von Einwanderung profitiert. „Das sollten wir beibehalten.“ „Stimmt“, pflichtete Laschet bei.

Bei einem Wahlsieg am 14. Mai wäre Kraft weiterhin eine Neuauflage ihrer rot-grünen Koalition am liebsten. „Wenn es nicht reicht, werden wir weitersehen.“ Die AfD komme nicht in Frage, die Linke sei nicht regierungsfähig.

Kraft und Laschet stellten sich im WDR-Fernsehen eine Stunde lang live den Fragen der Chefredakteurinnen Sonia Mikich und Gabi Ludwig. Am Donnerstag treffen sie in der großen Runde der sieben aussichtsreichsten Spitzenkandidaten aufeinander.

dpa

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