Millionen-Dollar-Vertrag

Obamas schreiben Memoiren für den guten Zweck

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Barack Obama hat sogar schon mal ein Kinderbuch geschrieben.

Washington - Michelle und Barack Obama lassen noch einmal von sich hören. Gemeinsam wollen sie ihre Memoiren aus dem Weißen Haus aufschreiben. Der Gewinn geht jedoch nicht nur an sie.

Wenige Wochen nach ihrem Auszug aus dem Weißen Haus wartet auf Barack und Michelle Obama eine neue Aufgabe: Sie werden ihre Memoiren schreiben und sollen dafür einem Bericht zufolge eine Rekordsumme bekommen. Laut der "Financial Times" bot das New Yorker Verlagshaus Penguin Random House dem ehemaligen US-Präsidenten und seiner Frau für den Memoiren-Doppelpack insgesamt mehr als 60 Millionen Dollar (56,7 Millionen Euro).

Der Verlag schwieg über die Einzelheiten des Deals. Der Chef von Penguin Random House, Markus Dohle, erklärte am Dienstag (Ortszeit) lediglich, der Verlag freue sich sehr auf die Zusammenarbeit mit Barack und Michelle Obama und wolle dafür sorgen, dass ihre beiden Bücher zu "weltweiten Publikations-Ereignissen von nie dagewesenem Ausmaß" werden.

Rekordsumme für Präsidenten-Memoiren

Sollte sich die Summe von mehr als 60 Millionen Dollar bestätigen, wäre dies ein Rekord für Präsidenten-Erinnerungen in den USA. Bislang hatte der Rekord bei 15 Millionen Dollar gelegen, die Bill Clinton für sein 2004 erschienenes Buch "Mein Leben" erhalten hatte.

Seine Ehefrau Hillary Clinton erhielt für ihr Buch "Entscheidungen" über ihre Zeit als Außenministerin einen Vorschuss von 14 Millionen Dollar. George W. Bush kassierte für sein 2010 erschienenes Buch "Entscheidungspunkte" im Voraus zehn Millionen Dollar.

Den Deal mit Penguin Random House verhandelte für die Obamas der New Yorker Star-Anwalt Robert Barnett, der zuvor bereits die Clintons und die Bushs vertreten hatte. Dem Verlag zufolge ist es Teil der Abmachung, dass eine Million Exemplare im Namen der Familie Obama an die Organisation First Book gehen, eine Wohltätigkeitsorganisation, die Kinder aus sozial schwachen Familien mit Büchern versorgt.

Obama will sich nur selten zu Wort melden

Der erste afroamerikanische Präsident der USA ist bereits Autor von zwei Memoiren-Bänden und einem seinen beiden Töchtern gewidmeten Kinderbuch. Obama hatte mehrfach geäußert, er verspüre ein gewisses Schriftstellertalent und wolle keine reine Nacherzählung seiner Zeit im Weißen Haus abliefern. Michelle Obama, eine Nachfahrin von Sklaven und erste schwarze First Lady der USA, genoss eine hohe Popularität in der Bevölkerung, weshalb ihre Memoiren reißenden Absatz finden dürften.

Die Obamas hatten nach der Amtsübergabe an Donald Trump am 20. Januar einen langen Urlaub angetreten. Barack Obama hatte zuvor angekündigt, er wolle sich nach seiner Amtszeit nur selten öffentlich zu Wort zu melden - es sei denn, wichtige Ereignisse, die den Werten der USA zuwiderliefen, würden ihn dazu zwingen.

Bereits Ende Januar sah Obama offenbar einen solchen Fall eingetreten: Nachdem Trump einen Einreisestopp für Bürger aus sieben überwiegend muslimischen Staaten verhängt hatte, bekundete der Ex-Präsident seine Unterstützung für die Proteste gegen das Dekret.

Die Obamas bleiben in Washington wohnen, bis ihre jüngere Tochter Sasha dort die Schule beendet hat. Die ältere Tochter Malia beginnt im Herbst ein Studium an der Harvard-Universität. In der Nähe der Obamas im Nobelviertel Kalorama lebt auch Trumps Tochter Ivanka mit ihrem Ehemann Jared Kushner und den drei Kindern.

AFP

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