Wulff: Jetzt auch noch Oktoberfest-Vorwürfe

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Bundespräsident Christian Wulff

Berlin - Immer neue Vorwürfe tauchen gegen Bundespräsident Christian Wulff auf. Zu einer Privatkredit-, Medien- und Flugmeilen-Affäre kommt jetzt offenbar auch noch eine Oktoberfest-Affäre hinzu.

Der Spiegel berichtet am Samstag auf seiner Webseite von neuen Vorwürfen gegen Christian Wulff. Der Vorfall datiert zurück ins Jahr 2008. Damals habe sich Wulff zu seiner Zeit als Ministerpräsident vom Berliner Filmunternehmer David Groenewold zum Oktoberfest in München einladen lassen.


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Groenewold hatte den Wulffs ein Upgrade ihrer Unterkunft bezahlt und somit einen Teil ihrer Hotelkosten Wulffs übernommen. Zudem habe er die Kosten für einen Babysitter für den damals vier Monate alten Sohn des Paares übernommen - diese wurden von Wulff dem Bericht zufolge aber später in bar zurückgezahlt.


Christian Wulffs politisches Leben in Bildern

Christian Wulff wird am 19. Juni 1959 im niedersächsischen Osnabrück als zweites Kind von Rudolf und Dagmar Wulff geboren. Am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium legt er das Abitur ab. Christian Wulff engagiert sich früh als Schülersprecher, Studentenvertreter und in den Jugendverbänden Schüler Union und Junge Union. © dpa
Von 1980 bis 1986 studiert Christian Wulff Rechtswissenschaften mit wirtschaftswissenschaftlichem Schwerpunkt an der Universität Osnabrück. 1987 leistet er sein Referendarexamen in Hannover, danach sein Referendariat am Oberlandesgericht Oldenburg und legt 1990 sein Assessorenexamen in Hannover ab. 1990 tritt Christian Wulff in eine Rechtsanwaltskanzlei ein. © dpa
1986 wird Wulff für die CDU Mitglied im Rat der Stadt Osnabrück, von 1989 bis 1994 ist er deren Fraktionsvorsitzender. Er bleibt Ratsmitglied bis 2001. © dapd
1988 heiratet Wulff Christiane Vogt. Die beiden haben eine gemeinsame Tochter, Annalena. Nach 18 Ehejahren trennen sich die beiden. © dpa
1994 wird Wulff in den niedersächsischen Landtag gewählt. Im März des Jahres übernimmt er das Amt des Fraktionsvorsitzenden, im Juni den Posten des Landesvorsitzenden seiner Partei in Niedersachsen. 1998 wird Christian Wulff zu einem der stellvertretenden Bundesvorsitzenden der CDU gewählt. © dapd
1994 und 1998 tritt Wulff als CDU-Fraktionsvorsitzender in Niedersachsen bei den Landtagswahlen gegen Amtsinhaber Gerhard Schröder an und verliert beide Male gegen den späteren SPD-Kanzler. © dapd
Bei der Landtagswahl 2003 feiert Wulff dann einen großen Erfolg gegen den Schröder-Nachfolger Sigmar Gabriel - er wird niedersächsischer Ministerpräsident. © dpa
Fünf Jahre später wird Wulff in seinem Amt des Ministerpräsidenten bestätigt. © dpa
2008, zwei Jahre nach der Trennung von seiner ersten Ehefrau heiratet Wulff Bettina Körner. Sie bringt einen Sohn mit in die Ehe, Leander. 2008 wird der gemeinsame Sohn Linus Florian geboren. © dpa
Am 30. Juni 2010 setzt sich Wulff in der Wahl der Bundesversammlung gegen den Gegenkandidaten Joachim Gauck im dritten Wahlgang durch und wird zum zehnten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Auf eigenen Wunsch ruht seine Mitgliedschaft in der CDU seit diesem Tag. © dpa
2011 wird Christian Wulff durch den Zentralrat der Juden in Deutschland mit dem Leo-Baeck-Preis ausgezeichnet. Im gleichen Jahr bekommt er die Ehrenmedaille des Deutschen Olympischen Sportbundes verliehen. © dapd
Am 13. Dezember 2011 berichtet die Bild-Zeitung von einem Privatkredit Wulffs, den er von einem befreundeten Geschäftsmann bzw. dessen Frau erhalten haben soll. © dapd
Eine Anfrage des niedersächsischen Landtags zu diesem Vorgang beantwortete Wulff 2010, er streitet jedoch Geschäftsbeziehungen zum Unternehmer Egon Geerkens ab. Später erklärt der Bundespräsident, er bedauere es, dass durch seine Aussagen zu dem Privatkredit ein falscher Eindruck entstanden sei. © dapd
Am 22. Dezember bittet Wulffs Pressesprecher Olaf Glaeseker (r.) um seine Entlassung. Die Hintergründe dieses Vorgangs bleiben im Dunkeln. © dpa
Anfang Januar 2012 tauchen Medienberichte auf, wonach Wulff den Bild-Chefredakteur Kai Dieckmann telefonisch bedroht haben soll, den Artikel über die Kreditaffäre zurückzuziehen. © dpa
Knapp ein Jahr nach seinem Rücktritt als Bundespräsident, haben sich Christian Wulff und seine Frau Bettina getrennt. © dpa

Zu den Vorwürfen zitiert der Spiegel Wulffs Anwalt. Demnach habe der heutige Bundespräsident eine eigene Hotelrechnung bekommen und diese beglichen. Anschließend habe er sie "gegenüber der Staatskanzlei und der niedersächsischen CDU abgerechnet". Grund seien weitere Termine in München gewesen.

In Folge der Privatkredit- und Medienaffäre war Wulff zuletzt auch noch wegen des Einsatzes von Bonusmeilen der Lufthansa auf einer privaten Reise in die Kritik geraten. Die “Bild“-Zeitung berichtete am Freitag über eine Urlaubsreise Wulffs in die USA im April 2007. Danach haben der damalige niedersächsische Ministerpräsident, seine heutige Ehefrau Bettina und deren Sohn während des Rückfluges von Miami nach Frankfurt/Main eine Höherstufung (Upgrade) von der Economy- in die Business-Class erhalten.

Nach Angaben von Wulffs Anwalt Gernot Lehr wurden für das Upgrade aber nur privat gesammelte Bonusmeilen eingesetzt. Das gehe aus Aufzeichnungen und Unterlagen der Staatskanzlei Hannover hervor, teilte Lehr am Freitag mit. Die Buchung des Upgrades sei sechs Wochen vor dem Lufthansa-Flug von Miami nach Frankfurt im Jahr 2007 erfolgt. Der Hinflug sei in der Economy-Class gebucht und geflogen worden.

al/dpa

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