Insgesamt sind 1000 Gefangene involviert

Palästinensische Häftlinge wegen Hungerstreiks im Krankenhaus

Der Hungerstreik in palästinensischen Gefängnissen läuft seit dem 17. April. Immer mehr der 1000 Streikenden müssen wegen ihres schlechten Gesundheitszustands ins Krankenhaus.  

Ramallah - Dutzende palästinensische Häftlinge befinden sich nach einem Massen-Hungerstreik im Krankenhaus. Allein am Mittwoch seien rund 40 Palästinenser in Kliniken gebracht worden, teilte ein Komitee zur Unterstützung der Gefangenen mit. In den Tagen zuvor seien es Dutzende weitere gewesen. Ihr Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Rund 1000 Häftlinge befinden sich noch im Hungerstreik.

Die Gefangenen verweigern seit dem 17. April aus Protest gegen ihre Bedingungen in israelischer Haft die Nahrungsaufnahme. Der Hungerstreik wurde von dem palästinensischen Politiker und in Israel als Mörder verurteilten Marwan Barguti initiiert.

Die Palästinenser protestieren mit dem Hungerstreik unter anderem gegen die sogenannte Administrativhaft. Dabei werden die Betroffenen für Zeiträume von jeweils sechs Monaten, die beliebig oft verlängert werden können, ohne Anklage „aus Sicherheitsgründen“ festgehalten.

Rund 6300 Palästinenser sollen in Haft sein

Nach Angaben der Gefangenenorganisation Addameer sitzen insgesamt rund 6300 Palästinenser in Haft. Am Montag hatten im Westjordanland aus Solidarität mit den Gefangenen die Menschen die Arbeit niedergelegt, Busse fuhren nicht, Schulen blieben geschlossen. Es kam zu gewaltsamen Konfrontationen mit israelischen Soldaten, bei denen Dutzende Palästinenser verletzt wurden.

Israel hat im Sommer 2015 ein Gesetz verabschiedet, wonach Gefangene, die als Terroristen gelten, während eines Hungerstreiks zwangsernährt werden dürfen. Einige Menschenrechtsorganisationen lehnen diese Praxis als unmenschlich ab.

dpa

Rubriklistenbild: © AFP

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