Kritik auch an Medien

Papst fordert politische Führung in Europa: „Wir sind im Krieg“

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Papst Franziskus fordert in Europa politische Führungspersonen.

Rom - Europa sucht derzeit eine neue Vision und einen Weg in die Zukunft. Die Worte des Papstes passen da gerade richtig ins Bild. Franziskus hat aber nicht nur eine Botschaft an die Politiker.

Europa fehlen nach Ansicht von Papst Franziskus derzeit Führungspersönlichkeiten. Politiker wie der deutsche Nachkriegs-Kanzler Konrad Adenauer, der französische Ex-Außenminister Robert Schuman und Italiens ehemaliger Regierungschef Alcide De Gasperi hätten nach dem Krieg „ehrlich“ für den Frieden in Europa gearbeitet, sagte der Pontifex (79) in einem Interview des katholischen belgischen Wochenblatts „Tertio“, das der Vatikan am Mittwoch veröffentlichte. „Aber heute fehlen Führungspersönlichkeiten. Europa braucht Führungspersönlichkeiten, die den Weg nach vorne zeigen.“

Der Ausspruch in der Nachkriegszeit „Nie wieder Krieg“ sei nicht ernst genommen worden. „Weil nach dem Ersten der Zweite (Weltkrieg) kam und nach dem Zweiten gibt es den Dritten, den wir derzeit erleben, einen in Teilen. Wir sind im Krieg“, sagte der Papst, der schon zuvor immer wieder von einem Dritten Weltkrieg gesprochen hat. Ausdrücklich erwähnte er dabei die Ukraine, den Nahen Osten und Afrika.

Franziskus ging auch mit den Medien ins Gericht. Sie hätten eine große Verantwortung und würden Meinung bilden. Eigentlich seien sie etwas Gutes. Aber sie könnten auch großen Schaden anrichten. „Sie können dazu eingesetzt werden, um Menschen zu verleumden und mit Schmutz zu bewerfen, vor allem in der Welt der Politik“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche. Auch würden sie manchmal Teile der Wahrheit unterschlagen. „Die Nicht-Information ist wahrscheinlich der größte Schaden, den die Medien anrichten können.“ Zudem sollten sie nicht ständig „Skandale aufdecken, ständig von den hässlichen Dingen reden, selbst wenn sie wahr sind“.

dpa

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