Ex-Staatschef

Portugiesischer Sozialist Mario Soares gestorben

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Der frühere portugiesische Ministerpräsident Mario Soares. Foto: Etienne Laurent

Er ging nach eigenen Angaben bei Willy Brandt politisch in die Lehre. Danach avancierte Mario Soares in seiner Heimat Portugal zum "Vater der Demokratie". Bis zuletzt blieb der Sozialist und überzeugte Europäer ein scharfzüngiger Beobachter und Kritiker.

Lissabon (dpa) - Der legendäre portugiesische Sozialist Mario Soares ist tot.

Der frühere Ministerpräsident und Staatschef sei im Alter von 92 Jahren in einem Krankenhaus gestorben, in dem er seit Mitte Dezember lag, berichtete die portugiesische Zeitung "Público" unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Lusa. Soares hatte nach Angaben der behandelnden Ärzte seit Tagen in "tiefem Koma" gelegen. 

Der Sozialist war unter anderem zweimal Ministerpräsident (1976-78, 1983-85) und danach von 1986 bis 1996 in zwei Amtsperioden auch Staatsoberhaupt von Portugal. Vor der "Nelkenrevolution" von 1974, die die Diktatur stürzte, hatte Regimegegner Soares 1973 die Sozialistische Partei (PS) Portugals gegründet. Danach prägte er die Demokratisierung des Landes in entscheidender Form.

SPD-Chef Sigmar Gabriel sprach in einem Kondolenzschreiben von einem "schmerzlichen Verlust" auch für deutsche Sozialdemokraten. "Mit Beharrlichkeit und bewundernswertem persönlichem Mut hat sich Mário Soares gegen Unrecht und diktatorische Unterdrückung in seinem Land gestellt und Portugal den Weg zu Freiheit und Demokratie in einer offenen Gesellschaft geebnet", schrieb Gabriel laut SPD-Mitteilung in einem Kondolenzschreiben.

Darin heißt es weiter: "Seine außergewöhnliche Freundschaft zu Willy Brandt ebenso wie die Gründung der Sozialistischen Partei Portugals 1973 im Exil in der Akademie der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bad Münstereifel haben der Freundschaft und Partnerschaft zwischen der SPD und der Sozialistischen Partei Portugals einen besonderen Stellenwert verliehen."

Bericht Público

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