Mangel an Beweisen

Prozess gegen Timoschenko eingestellt

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Immer noch schwach, aber endlich frei: Julia Timoschenko auf dem Maidan.

Charkow - Nach dem Machtwechsel in der Ukraine hat die Justiz der Ex-Sowjetrepublik einen zweiten umstrittenen Strafprozess gegen Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko eingestellt.

Die Vorwürfe der Steuerhinterziehung und Veruntreuung würden aus Mangel an Beweisen fallengelassen, teilte Richter Konstantin Sadowski am Freitag in Charkow mit. In dem Prozess drohten Timoschenko zwölf Jahre Gefängnis. In einem ersten Prozess war sie 2011 wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Vor wenigen Tagen hatte das Parlament in Kiew aber ein Gesetz erlassen, das diese konkrete Tat nicht als Verbrechen wertet. Timoschenko kam frei.


Bilder: Timoschenko wird auf dem Maidan gefeiert

Die aus der Haft freigelassene Oppositionsführerin Julia Timoschenko reiste am Samstagabend nach Kiew. © AFP
Dort wurde sie auf dem Unabhängigkeitsplatz von Zehntausenden Menschen empfangen. © AFP
Die Politikerin hat starke Rückenbeschwerden, sie wurde im Rollstuhl auf den Platz geschoben. © AFP
Die Ukraine steuert nun auf eine neue politische Ära zu. © AFP
Timoschenko forderte die Demonstranten zur Fortsetzung ihrer Proteste auf. © AFP
"Wenn euch jemand sagt, dass es zu Ende ist und Ihr nach Hause gehen könnt, glaubt ihm kein Wort", rief Timoschenko. © dpa
Das ukrainische Parlament hatte am Samstag auch Viktor Janukowitsch als Präsident de facto entmachtet und für den 25. Mai vorgezogene Präsidentschaftswahlen angesetzt. © AFP
Der Oppositionspolitiker Vitali Klitschko, der ebenfalls Präsident werden will, sprach von einem "politischen K.O." für Janukowitsch. © AFP
"Ihr seid die Besten", lobte Timoschenko die Demonstranten. © AFP
Hunderte filmten mit ihren Handys den Auftritt der Oppositionsführerin. © dpa
Die Menschen feierten Timoschenko wie eine Volksheldin. © dpa
Ihre Freilassung wurde von den USA, der EU und Frankreich sowie in Berlin begrüßt. © AFP
Gestützt von Helfern legte die 53-Jährige am Maidan Blumen nieder. © dpa

dpa

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