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Referendum

Puerto Rico will US-Bundesstaat werden

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Studenten bei einer Demonstration in Puerto Rico. 

Die Bürger von Puerto Rico möchten, dass ihr Land als US-Bundesstaat anerkannt wird. Das ist das Ergebnis eines Referendums. 

Bei einem Referendum in Puerto Rico haben sich nahezu alle Teilnehmer dafür ausgesprochen, dass das US-Außenterritorium als gleichberechtigter Bundesstaat der Vereinigten Staaten anerkannt wird. Laut dem am Sonntag bekanntgegebenen Ergebnis votierten 97,2 Prozent dafür, der Karibikinsel den Status des 51. Bundesstaates zu geben - allerdings nahmen nur 23 Prozent der 2,2 Millionen Stimmberechtigten an der Befragung teil. Der Gouverneur von Puerto Rico kündigte an, für die Umsetzung des Ergebnisses zu kämpfen.

Puerto Rico geriet durch eine US-Invasion von 1898 unter die Oberhoheit der Vereinigten Staaten. Als US-Außenterritorium verfügt die Insel seit 1952 über weitgehende Autonomierechte. Die Bürger können ohne Beschränkungen in die USA reisen, allerdings haben sie bei Präsidentschafts- und Kongresswahlen in den USA kein Stimmrecht.

Bei dem Referendum am Sonntag zeigten vier Fünftel der Abstimmungsberechtigten kein Interesse - oder folgten dem Boykottaufruf der Opposition. Von den Teilnehmern sprachen sich 1,5 Prozent für die Unabhängigkeit von den USA aus, 1,3 Prozent stimmten für die Beibehaltung des derzeitigen Status'.

Gouverneur unterstützt die Forderung

Gouverneur Pedro Rosselló Nevares, der seit Januar im Amt ist, hatte sich mit Nachdruck für die Volksbefragung eingesetzt. Der 38-Jährige will den "Kolonialstatus" des Inselgebiets überwinden, das östlich der Dominikanischen Republik in der Karibik liegt. Die Puertoricaner wollten "dieselben Rechte" wie die US-Bürger haben, was das "Kolonialsystem" nicht zulasse, sagte Rosselló bei der Stimmabgabe in San Juan.

Rosselló kündigte trotz der schwachen Aussagekraft des Ergebnisses an, sich "in Washington und weltweit" für die Anerkennung Puerto Ricos als 51. Bundesstaat stark zu machen. "Wir werden zu internationalen Foren gehen, um das Argument der Bedeutung Puerto Ricos als erster hispanischer Bundesstaat der USA zu verteidigen", sagte er.

Die Insel steht wirtschaftlich äußerst schlecht da, seit Jahren plagt eine Schuldenkrise das 3,5 Millionen Einwohner zählende Gebiet. Anfang Mai erklärte Puerto Rico bei einem Schuldenstand von 70 Milliarden Dollar (rund 62,5 Milliarden Euro) seine Zahlungsunfähigkeit.

afp

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