Angriff auf das „Herz der Demokratie“

Reaktionen: Merkel und Co. bestürzt über tödliche Angriffe

+
Angela Merkel auf einer Pressekonferenz in Berlin (Symbolbild). 

London - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und viele weitere Politiker haben mit Bestürzung auf die tödlichen Angriffe vor dem britischen Parlament reagiert.

Politiker aus dem In- und Ausland haben mit Entsetzen auf den Anschlag nahe dem britischen Parlament in London mit mindestens 5 Toten und rund 40 Verletzten reagiert. Viele Staats- und Regierunschefs sprachen ihr Mitgefühl gegenüber den Opfern aus und sicherten Großbritannien Unterstützung zu.

Sie denke "in Anteilnahme und Solidarität an unsere britischen Freunde und an alle Menschen in London", erklärte Kanzlerin Angela Merkel am Mittwoch. Auch wenn der Hintergrund noch präzise aufgeklärt werden müsse, "bekräftige ich für Deutschland und seine Bürger: Im Kampf gegen jede Form von Terrorismus stehen wir fest und entschlossen an der Seite Großbritanniens", sagte Merkel weiter. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erklärte: "Die Nachrichten über den mörderischen Angriff in London erschüttern mich." In diesen Stunden "sind wir Deutsche dem britischen Volk in besonderer Weise verbunden", betonte er.

„Anschlag gegen uns alle“

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat den mutmaßlichen Terroranschlag in London als Angriff auf das „Herz der Demokratie“ bezeichnet. „Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass dieses Attentat unter anderem in der Nähe des britischen Parlaments ausgeführt wurde“, sagte er am Mittwoch bei einem Treffen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras in Athen. Es sei ein „Anschlag gegen uns alle“. Auch Tsipras versicherte den Briten seine Solidarität.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) nannte die Attacken von London "brutal und feige". Auch er sagte: "Wir stehen an der Seite unserer britischen Freunde." Bei einem als Terrorangriff eingestuften Vorfall vor dem Parlament in London wurden am Mittwochnachmittag mindestens eine Frau getötet und mehrere Menschen schwer verletzt.

Aucht SPD-Chef und Kanzlerkandidat Martin Schulz hat dem Vereinigten Königreich sein Mitgefühl ausgedrückt. „Was auch immer die Hintergründe sind: Ich bin schockiert über die Attacke in London“, teilte Schulz am Mittwoch über den Kurznachrichtendienst Twitter mit: „Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen.“ In einer englischsprachigen Twitter-Mitteilung sprach Schulz von „schrecklichen Nachrichten“ aus London.

Auch Trump sagt volle Unterstützung zu 

US-Präsident Donald Trump hat derweil nach der mutmaßlichen Terrorattacke in London mit Premierministerin Theresa May telefoniert und ihr volle Unterstützung zugesagt. Wie der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, weiter sagte, lässt sich Trump über die Ereignisse und Ermittlungen auf dem Laufenden halten. Zuvor hatte auch US-Außenminister Rex Tillerson im Namen der USA kondoliert. Die USA verurteilten diese „schrecklichen Gewaltakte, und ob sie von gestörten Einzelpersonen oder von Terroristen ausgeführt wurden, für die Opfer macht das keinen Unterschied“.

Frankreichs Präsident François Hollande sagte den Briten und Premierministerin May Solidarität und Unterstützung zu. „Der Terrorismus betrifft uns alle (...)“, sagte Hollande. „Man sieht, dass man sich auf europäischer Ebene organisieren muss, und sogar darüber hinaus.“

Kanadas Ministerpräsident Justin Trudeau teilte mit: „Wir verurteilen den Angriff in London scharf. Ich war geschockt und traurig davon zu erfahren, dass unschuldige Menschen infolge dieses feigen Anschlags getötet wurden.“

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte teilte mit: „Furchtbare Bilder von London. Die Stadt wurde genau ins Herz getroffen. Unsere Gedanken sind bei den Menschen in Großbritannien.“

„Krank und verkommen“: Großbritannien will sich unnachgiebig zeigen

Die britische Premierministerin Theresa May nannte den Anschlag „krank und verkommen“. Die Menschen in Großbritannien würden Terror niemals nachgeben, das Leben werde wie gewohnt weitergehen, sagte May. „Morgen früh wird das Parlament zusammentreten wie immer.“

Großbritanniens Außenminister Boris Johnson twitterte: „Herzzerreißend. Dies ist nicht der erste Angriff auf London, auf unser Parlament - und es wird nicht der letzte sein - aber unsere Werte werden siegen.“

Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan wandte sich nach dem Anschlag mit einer trotzigen Botschaft an die Öffentlichkeit. „Londoner werden sich niemals von Terror einschüchtern lassen“, sagte Khan.

Bei einem Doppelanschlag am britischen Parlament waren zuvor nach Angaben der Polizei vier Menschen getötet worden, darunter ein mutmaßlicher Täter und ein Polizist. Mindestens 20 weitere Menschen wurden verletzt. Die Polizei geht derzeit davon aus, dass es sich um einen einzelnen Täter handelt.

afp

Zurück zur Übersicht: Politik

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser