Revolutionäre Demos in Großstädten

1. Mai: Krawalle dieses Jahr weniger heftig

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In Berlin-Kreuzberg kam es zu Ausschreitungen.

Berlin/Hamburg - Bei sogenannten Revolutionären 1.-Mai-Demonstrationen ist es in Berlin und Hamburg auch in diesem Jahr wieder zu Krawallen gekommen.

 In beiden Städten wurden Polizisten am Mittwochabend mit Steinen, Flaschen oder Böllern angegriffen. Die Ausschreitungen waren aber im Vergleich mit denen vergangener Jahre weniger heftig.

In Hamburg wurden fünf Polizisten leicht verletzt, zehn Menschen wurden festgenommen, etwa wegen gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung oder Landfriedensbruchs. Fünf kamen in Gewahrsam, wie die Polizei weiter mitteilte. In Berlin lagen zunächst noch keine Zahlen zu Festnahmen oder möglichen Verletzten vor. Einzelheiten wollte die Polizei erst am Donnerstagnachmittag bekanntgeben.

In Berlin waren die Ausschreitungen weit weniger gewalttätig als in vergangenen Jahren. Der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele sagte nach dem Ende des Protestzuges linker und linksradikaler Demonstranten: „Die Deeskalationsstrategie der Polizei hat einwandfrei funktioniert.“ Innensenator Frank Henkel (CDU) zeigte sich zufrieden und sprach von guter Polizeiarbeit.

In Hamburg-Altona gingen die Sicherheitskräfte am Abend mit Wasserwerfern und Schlagstöcken gegen Randalierer vor. Anschließend zogen sich die Demonstranten ins Schanzenviertel zurück. „Wir müssen abwarten, was dort im Schutz der Nacht passiert“, sagte eine Polizeisprecherin. „Im Vergleich zu den anderen Jahren ist es bisher noch deutlich friedlicher.“

In der Hauptstadt beteiligten sich nach Angaben der Polizei am Abend etwa 9000 Demonstranten an dem Protestmarsch linker Gruppen, der von Kreuzberg aus in Richtung Regierungsviertel führte. Einige Teilnehmer waren vermummt, etwa 200 liefen im sogenannten schwarzen Block. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit flogen Steine und Flaschen gegen Polizisten und Einsatzfahrzeuge. Die Scheiben einer Sparkassenfiliale wurden eingeworfen, mehrere Autos demoliert. Augenzeugen berichteten von verletzten Passanten. Es gab mindestens eine Festnahme.

In Hamburg zogen am Abend rund 1400 Teilnehmer begleitet von einem dichten Polizeispalier durch die Stadt. Am Rande des Protestzuges seien Beamte gezielt mit Böllern beworfen worden, sagte eine Polizeisprecherin. Fünf Polizisten erlitten Prellungen oder Knalltraumata. Als die Polizei Wasserwerfer einsetzte und auch mit Schlagstöcken und Pfefferspray gegen die Randalierer vorging, lösten die Veranstalter die Demonstration vorzeitig auf.

Insgesamt waren in Berlin 7000 Beamte, in Hamburg 1600 Beamte im Einsatz.

In der Hauptstadt hatte es schon im Laufe des Tages kleinere Zwischenfälle bei Protesten gegen einen Aufmarsch der rechtsextremen NPD im Stadtteil Schöneweide gegeben, einer Hochburg der rechten Szene. Dort ging die Polizei mit einem Wasserwerfer und Pfefferspray gegen Steinewerfer aus dem linken Spektrum vor. Die Polizei sprach von rund 480 Anhängern der NPD und etwa 2000 Gegendemonstranten. Das Bündnis „1. Mai-Nazifrei“ sprach von 5000 Teilnehmern. Es gab laut Polizei 18 Festnahmen, 16 davon auf Seiten der Gegendemonstranten.

Bilder: Gewalt bei revolutionären 1. Mai-Demonstrationen

Bilder: Krawalle bei revolutionären 1.-Mai-Demonstrationen

dpa

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