Aus den Nachkriegszeiten

Russisches Gesetz zum Abriss alter Plattenbauten in Kraft

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Abriss alter Wohnblöcke in Moskau

Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Samstag ein umstrittenes Gesetz über den Abriss alter Plattenbauten in der Hauptstadt Moskau in Kraft gesetzt.

Moskau - In dem Umbauprogramm sollen bis zu 5000 Wohnhäuser aus den Nachkriegsjahrzehnten abgerissen werden, bis zu einer Million Menschen sollen neue Wohnungen erhalten.

Das Gesetz für diese Pläne von Bürgermeister Sergej Sobjanin hatte im Juni das Parlament passiert. Nach mehreren Protestdemonstrationen mit Tausenden Teilnehmern wurden die Mitspracherechte der Bewohner im Gesetz etwas gestärkt. Viele fürchten eine zwangsweise Enteignung, bei der sie aus innenstadtnahen, grünen Vierteln in Hochhausviertel am Rand Moskaus umgesiedelt werden.

Mit den fünf- oder siebenstöckigen industriell gefertigten Häusern linderte die Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg die schlimmste Wohnungsnot. „Chruschtschowki“ heißen die Plattenbauten nach dem damaligen Parteichef Nikita Chruschtschow. Doch so schlecht die Bauqualität ist, hängen heute viele Moskauer an diesen Wohnungen. Durch die Privatisierung sind sie außerdem Eigentümer geworden.

Die Stadt argumentiert, dass die neuen Wohnungen größer, besser und billiger werden. Das milliardenschwere Programm soll auch der Moskauer Bauwirtschaft neuen Auftrieb geben.

dpa

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