Führungsduo im Bundestag

Nach Sahra Wagenknecht: Neues Führungsduo der Linken gewählt

Wegen Burnout und vielen Auseinandersetzungen zog sich Sahra Wagenknecht aus der Fraktionsspitze der Linken zurück. Nun wurde neu gewählt.

  • Sahra Wagenknecht hat sich von der Fraktionsspitze der Linken zurückgezogen.
  • Am Dienstag (12. November) wurde ein neues Führungsduo gewählt.
  • Diese zwei Kandidaten bilden nun die Spitze der Linken im Bundestag.

Berlin - Amira Mohamed Ali und Dietmar Bartsch sind das neue Führungsduo der Linken im Bundestag. Die Fraktion bestätigte am Dienstag den bisherigen Co-Vorsitzenden Bartsch im Amt und wählte die niedersächsische Bundestagsabgeordnete zur Nachfolgerin von Sahra Wagenknecht, die nicht mehr zur Wahl angetreten war.

Amira Mohamed Ali ersetzt Sahra Wagenknecht an der Spitze der Linken

Für Bartsch stimmten 44 Abgeordnete, das waren nach Angaben eines Fraktionssprecher 63,7 Prozent. Bei der letzten Wahl 2015 hatte er noch 80 Prozent der Stimmen bekommen. Für den weiblichen Part des Führungsduos hatte sich neben Ali die stellvertretende Vorsitzende der Fraktion, Caren Lay, beworben. Beide bekamen im ersten Wahlgang keine Mehrheit. In einem zweiten Wahlgang sprachen sich dann 36 Abgeordnete für Ali aus - das entspricht 52,2 Prozent. Caren Lay holte 29 Stimmen, 42 Prozent. Bartsch sagte nach der Wahl, er sei mit dem Wahlergebnis „ganz schön zufrieden“.

Neuer Vorstand bei der Linksfraktion im Bundestag: Amira Mohamed Ali.

Mohamed Ali betonte, dass sie sich als Fraktionschefin für mehr Einigkeit unter den Abgeordneten der Linken einsetzen wolle. Es gehe ihr darum, dass die Fraktion ihre Kräfte besser bündele und zusammenstehe. „Ich möchte mit jeder und jedem reden, und ich möchte jeden einbinden und ich glaube, dass mir das gelingen wird.“

Die Rechtsanwältin Ali sitzt erst seit 2017 für die Linke im Bundestag und wird dem linken Flügel der Partei zugerechnet, zu dem auch Wagenknecht gehört. Öffentlich größer in Erscheinung getreten ist sie bisher nicht. In der Fraktion hat sich Ali bisher um Verbraucher- und Tierschutz gekümmert sowie um Recht und Ernährung. In ihrem Bewerbungsschreiben für den Vorsitz hatte sie es als zentrale Aufgabe bezeichnet, die Fraktion wieder zusammenzuführen.

Dietmar Bartsch ist der zweite Teil des gewählten Führungsduos.

Zeit von Sahra Wagenknecht an der Spitze geprägt von Streit um Katja Kipping und Bernd Riexinger

Die Zeit mit Sahra Wagenknecht an der Spitze war geprägt von Streit zwischen Wagenknecht und der Parteispitze um Katja Kipping und Bernd Riexinger. Wagenknecht sieht eine Politik der offenen Grenzen für alle kritisch und ist der Ansicht, ihre Partei habe sich von ihrer eigentlichen Klientel entfernt. Die Auseinandersetzungen und ein Burnout hatten Wagenknecht nach eigenen Angaben schließlich zum Rückzug von der Fraktionsspitze bewogen.

Sie habe den Tag nun auch herbeigesehnt, sagte sie vor der Fraktionssitzung. Einen Rückzug aus Politik und Öffentlichkeit plant Wagenknecht allerdings nicht. Ihr Bundestagsmandat nimmt die 50-Jährige weiter wahr - und auch eine erneute Kandidatur für den Bundestag bei der nächsten Wahl kann sie sich nach eigenen Angaben zum aktuellen Zeitpunkt gut vorstellen, wie sie der Deutschen Presse-Agentur sagte.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa / Michael Kappeler

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