Ex-Finanzminister wieder Dozent

„Schäuble war ahnungslos“: Was Varoufakis an der Uni erzählt

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Yanis Varoufakis

Athen - Yanis Varoufakis, griechischer Ex-Finanzminister und Schreckgespenst vieler konservativer EU-Politiker, lehrt wieder an der Uni. Dort spricht er auch über deutsche Spitzenpolitiker.

Es war ein kurzer Aufenthalt im Kreis der europäischen Spitzenpolitiker, den Yanis Varoufakis erlebte: Von Januar bis Juli 2015 war der Wirtschaftswissenschaftler griechischer Finanzminister - mitten in den heftigsten Kapriolen der Griechenland-Rettung. Trotz der kurzen Amtszeit blieb der gern in Lederjacke gekleidete Varoufakis vielen im Gedächtnis. Den einen als aufmüpfiges Schreckgespenst. Den anderen als unorthodoxer Hoffnungsträger.

Mittlerweile ist Varoufakis zu seiner eigentlichen Profession zurückgekehrt, wie

Spiegel Online

berichtet. Der Grieche arbeitet wieder als Dozent an der Universität in Athen. Dort ist er offenbar ein Publikumsmagnet - und erzählt zumindest dann und wann auch einen Schwank aus seinem Polit-Leben.

Schäuble „ahnungslos“ wie Tsipras?

So berichtete ein Student dem Spiegel, Varoufakis blocke zwar üblicherweise Fragen nach seiner Zeit als Finanzminister ab. Einmal habe er aber einen Blick hinter die Kulissen gewährt. Und dabei auch deutsche Politiker mit einem mehr oder minder schmeichelhaften Kommentar bedacht.

"Er sagte, kein griechischer Premierminister habe jemals sorgfältig die Rettungsvereinbarung für Griechenland gelesen“, erinnerte sich Student Giorgos Siaperas. Hinzugefügt habe Varoufakis, dass „auch Schäuble ahnungslos sei - aber Merkel die Vereinbarung auswendig kenne“.

Rückkehr bei der Europawahl 2019 denkbar

Bunndesfinanzminister Wolfang Schäuble

Varoufakis selbst wehrte sich im Interview gegen sein Image als Quertreiber bei den damaligen EU-Krisensitzungen. "Ich war immer ruhig bei den Euro-Gruppen-Treffen. Und ich habe wirklich versucht, die Dinge aus Wolfgangs Perspektive zu sehen. Ich habe immer versucht zu überlegen, woher seine Bedenken kamen. Sonst gibt es keine Debatte." Ende 2015 hatte Varoufakis etwas überraschend öffentlich seinen Respekt für Schäuble bekundet.

Eine Rückkehr in die Politik schließt Varoufakis übrigens nicht aus. Er hat eine Bewegung namens „Democracy in Europe Movement 2025“, kurz DiEM25, gegründet. Sie soll Europa einen „New Deal“ bringen. "Ich bin stärker in Politik vertieft, als ich es als Minister war", sagte Varoufakis. Womöglich könnte er bei der Europawahl 2019 für DiEM25 kandidieren. Es müsse etwas getan werden, betonte er - "wenn das heißt, dass wir antreten sollen, werden wir das tun."

Wie Jan Böhmermann mit einem Videoschnipsel Yanis Varoufakis‘ einen Skandal auslöste, das können Sie hier nachlesen.

fn

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