Treffen in Neufahrn

So will Guttenberg die CSU bei der Bundestagswahl unterstützen

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CSU-interner Gesprächskreis in Neufahrn

Neufahrn - Der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg wird die CSU im Bundestagswahlkampf unterstützen. Das plant CSU-Chef Seehofer mit ihm.

Update vom 19. Juli 2017: Mit ihrem Wahlprogramm will sich die CSU von der Schwesterpartei CDU abgrenzen. Um welche Themen es geht, erfahren Sie hier. 

Im anstehenden Bundestagswahlkampf setzt CSU-Chef Horst Seehofer auch auf den früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU). „Ich erwarte, dass wir eine unglaublich starke Mannschaft haben werden im Wahlkampf und ich bin dem Karl Theodor sehr dankbar, dass er ein Teil dieser Mannschaft ist und uns in der einen oder anderen Veranstaltung unterstützen wird. Das halte ich für ein sehr nobles Angebot“, sagte Seehofer am Samstag vor einer CSU-internen Veranstaltung im niederbayerischen Neufahrn.

Konkrete Pläne gebe es aber noch keine. „Wir machen das ganz locker“, betonte Seehofer. Die Reaktionen dazu aus der CSU seien sehr positiv „und aus der Bevölkerung sogar noch ein Stück stärker, noch stärker. Ich freue mich auf dieses halbe Jahr.“ Seehofer ließ aber offen, welche Rolle Guttenberg nach der Bundestagswahl einnehmen werde. „Er strebt ja jetzt keine Position an, sondern er will seiner Familie helfen, seiner CSU. Das finde ich ist sehr in Ordnung.“

CSU: Guttenberg will „bescheidenen Beitrag für diese Familie“ leisten

Guttenberg selbst betonte, er wolle sich gerne in den Wahlkampf einbringen. Denkbar seien in dem Kontext Beiträge zu außenpolitischen Fragen, hatte Seehofer bereits vor längerer Zeit erklärt. „Sie (Außenpolitik) wird nicht nur im Wahlkampf eine Rolle spielen, sie spielt generell politisch eine Rolle. Eine wachsende. Und wenn man einen bescheidenen Beitrag für diese Familie dazu beitragen kann, dann gerne“, sagte Guttenberg.

Drinnen, bei dem nichtöffentlichen Treffen jüngerer Mandatsträger, wurden Seehofer und Guttenberg freundlich und mit viel Beifall aufgenommen, berichten Teilnehmer gegenüber dem Münchner Merkur. Der Parteichef bekräftigte, er brauche mehr „bekannte Gesichter“ für den Wahlkampf. Noch immer ist unklar, wie die Formation der CSU für die Bundestagswahl aussieht; der bayerische Finanzminister Markus Söder hatte zu Seehofers erheblichem Missfallen einen Wechsel nach Berlin wiederholt ausgeschlossen. Seehofer nannte den nicht zu dem Treffen eingeladenen Söder zwar mit keinem Wort, sagte aber: Es sei jetzt „überhaupt kein Platz für parteiinterne Spielereien, wir müssen alle Kräfte zusammentun, um nach Außen zu wirken.“ Er bezeichnete Guttenberg, ohne auf dessen Plagiatsskandal näher einzugehen, als „Koryphäe“.

Comeback für Guttenberg als Außenminister? Das sagt Seehofer

Auf Spekulationen, Guttenberg könne nach einem eventuellen Wahlsieg ohne Bundestagsmandat als Außenminister ins Spiel gebracht werden, gingen beide auch intern nicht ein. Er könne die Personalsituation nach der Wahl noch nicht abschätzen, sagte Seehofer sinngemäß. Seine scherzhafte Frage, ob er sich schon um ein Dauervisum für Deutschland bemüht habe, verneinte Guttenberg etwas gequält.

Das zweitägige Treffen in Schloss Neufahrn ging am späten Samstagmittag zu Ende. Rund 50 junge CSU-Politiker hatten sich in dem niederbayerischen Ort getroffen, um vor allem über Außenpolitik, Globalisierung und den anstehenden Wahlkampf 2017 zu reden. Einer der Initiatoren ist CSU-Vize Manfred Weber, der mit Guttenberg befreundet ist und Seehofers Vertrauen genießt.

Nach seinem Rücktritt 2011 wegen Plagiatsvorwürfen in Zusammenhang mit seiner Doktorarbeit hat sich Guttenberg aus der aktiven Politik zurückgezogen, er lebt mit seiner Familie in den USA und hat eine Beratungs- und Investmentfirma.

dpa

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