Putin hatte vorgelegt

Säbelrasseln auf Twitter: Trump will Atom-Arsenal stärken

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Donald Trump sorgt kurz vor Weihnachten mit einem Tweet für Aufregung.

Washington - Ausgerechnet vor Weihnachten verschärfen Donald Trump und Wladimir Putin den Ton: Die beiden Staatenlenker deuten gleichzeitig Pläne zur atomaren Aufrüstung an.

Der designierte US-Präsident Donald Trump hat wieder einmal über den Kurznachrichtendienst Twitter Unruhe gestiftet: Diesmal erklärte der kommende Oberbefehlshaber der US-Truppen seinen Willen zur atomaren Wiederaufrüstung - geltender Abrüstungsverträge zum Trotz.

„Die USA müssen ihre nuklearen Fähigkeiten erheblich verstärken, bis die Welt in Sachen Atomwaffen zur Vernunft kommt“, schrieb Trump am Donnerstagabend in einem Tweet.

Gegen die bisherigen Vereinbarungen

Auch im Wahlkampf hatte der republikanische Kandidat immer wieder einen möglichen Einsatz von Atomwaffen verteidigt - und damit an einem Pfeiler der US-Außenpolitik, aber auch der internationalen Politik im Allgemeinen gerüttelt. 

Bereits 1968 hatten die Vereinigten Staaten den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet, der zumindest fortlaufende Verhandlungen „zur allgemeinen und vollständigen Abrüstung“ vorschreibt. Noch 2010 einigten sich Barack Obama und Wladimir Putin auf das „New START“-Abkommen, das eine beiderseitige Reduzierung der Atomwaffen vorsieht.

Putin hatte vorgelegt

Trump steht mit dem provokanten Ansinnen allerdings nicht allein da: Russlands Präsident Wladimir Putin hatte kurz zuvor laut der russischen Nachrichtenagentur Itar-TASS erklärt: „Wir müssen die strategischen Atomwaffen stärken, und dazu sollten wir Raketen entwickeln, die in der Lage sind, jedes gegenwärtige und künftige Raketenabwehrsystem zu überwinden.“

Putin betonte zudem, auch die nicht-nukleare Schlagkraft der russischen Armee müsse verbessert werden, um alle militärischen Bedrohungen neutralisieren zu können.

Sprecher relativiert Trumps Tweet

Nichtsdestotrotz relativierte ein Sprecher die Äußerungen des designierten US-Präsidenten später: Trump habe sich auf die Bedrohung durch die Verbreitung von Kernwaffen insbesondere in den Händen von Terroristen und instabilen Regimes beziehen wollen. Er habe deutlich machen wollen, dass dies verhindert werden müsse.

„Er hat ebenfalls die Notwendigkeit betont, das Abschreckungspotenzial zu verbessern und zu modernisieren, als entscheidenden Weg, Frieden durch Stärke zu erzielen“, erklärte der Sprecher.

Putin regiert gelassen

Putin reagierte indes ohnehin gelassen auf Trumps Atompläne. Trumps Ankündigung zum Ausbau des US-Atomwaffenarsenals sei "nichts Neues", sagte Putin am Freitag bei seiner Jahrespressekonferenz in Moskau. Trump habe schon im Wahlkampf gefordert, das Atomwaffenarsenal der USA und das Militär allgemein stärken.

Tatsächlich hatte Trump während seiner Kandidatur in mehreren TV-Interviews betont, er wolle den Gebrauch des nuklearen Arsenals nicht ausschließen - vor allem, um „unberechenbar“ zu bleiben.

USA haben das weltgrößte Atom-Arsenal

Solche Überlegungen sind auch brisant, da die USA derzeit mit knapp 2.000 nuklearen Sprengköpfen über das größte Arsenal an stationierten Atomwaffen auf der Welt verfügen. Russland folgt knapp dahinter auf Rang zwei mit rund 1.800 stationierten Sprengköpfen - und sorgt ebenfalls immer wieder einmal für Angst vor einem Atomkrieg. 

Die erschreckendsten Sprüche von Donald Trump finden Sie in diesem Artikel

dpa/AFP/fn

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