Überseegebiete beginnen

Spannung vor der Wahl in Frankreich

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Für viele die wichtigste Frage: Wie stark wird die Präsidentschaftskandidatin des Front National, Marine Le Pen, abschneiden? Foto: Michel Euler

Richtig los geht es erst am Sonntag, doch in einigen Überseegebieten Frankreichs beginnt schon tags zuvor die Präsidentenwahl. Ein tödlicher Terroranschlag in Paris belastet die Abstimmung.

Update vom 23. April 2017: Frankreich wählt und Sie können in unserem Live-Ticker verfolgen, wie der erste Wahlgang ausgeht.

Paris (dpa) - Bei der mit Spannung erwarteten Wahl des französischen Präsidenten können die ersten Wähler schon heute abstimmen. In manchen Überseegebieten wird wegen der Zeitverschiebung bereits einen Tag früher gewählt.

Als erstes sind die Bewohner der Inselgruppe Saint-Pierre und Miquelon vor der kanadischen Küste an der Reihe. Dort öffnen die Wahllokale um 12.00 Uhr deutscher Zeit. Nach Auskunft der Behörden leben dort rund 5000 Wahlberechtigte. Der Großteil der 47 Millionen französischen Wahlberechtigten kann dann an diesem Sonntag abstimmen.

Die Wahl gilt als eine Richtungsentscheidung für die EU. Falls sich die rechtspopulistische Kandidatin Marine Le Pen bei der Stichwahl am 7. Mai durchsetzen sollte, drohen dem Staatenverbund schwere Turbulenzen. Denn die Chefin der Front National will aus dem Euro aussteigen und ihre Mitbürger über die EU abstimmen lassen.

In Umfragen für den ersten Wahlgang lag der pro-europäische Ex-Wirtschaftsminister Emmanuel Macron zuletzt knapp vor oder auf Augenhöhe mit Le Pen. Aber auch der Konservative François Fillon und der Linksaußen-Kandidat Jean-Luc Mélenchon können sich noch Hoffnungen machen, sich für das Endduell in zwei Wochen zu qualifizieren. Die zwei Kandidaten mit den meisten Stimmen kommen in die Stichwahl.

Wahlberechtigte in Französisch-Guyana in Südamerika, auf den französischen Karibikinseln sowie in Französisch-Polynesien im Pazifik sind ebenfalls schon am Samstag aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben. Außerdem können Auslandsfranzosen in Nord-, Mittel-, und Südamerika in Botschaften und Konsulaten wählen.

Der Wahlkampf-Endspurt wurde von einem Anschlag auf Polizisten in Paris am Donnerstagabend überschattet. Ein 39-Jähriger hatte mit einem Kalaschnikow-Sturmgewehr auf Polizisten geschossen und einen Beamten getötet. Zwei weitere Beamte und eine deutsche Passantin wurden verletzt. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte rasch die Bluttat für sich. Mehrere Kandidaten unterbrachen nach dem Anschlag ihren Wahlkampf oder sagten Kundgebungen ab.

Zur Absicherung der Präsidentenwahl werden in Frankreich mehr als 50 000 Polizisten eingesetzt. In dem Land gilt nach einer beispiellosen islamistischen Anschlagsserie mit mehr als 230 Toten immer noch der Ausnahmezustand.

Infografik frz. Botschaft zur Wahl, Deutsch

Die bisherigen Präsidenten der Fünften Republik

Frankreich ist flächenmäßig der größte Staat der Europäischen Union und grenzt unter anderem an Deutschland.

- Staatsgebiet: Kernland in Westeuropa, dazu Übersee-Départements und Gebietskörperschaften auf mehreren Kontinenten

- Hauptstadt: Paris

- Einwohner: knapp 67 Millionen (Stand Januar 2017) davon 2,1 Millionen in den Überseegebieten

- Regierungsform: semipräsidentielle demokratische Republik

- Staatsoberhaupt: Staatspräsident François Hollande (62), Sozialistische Partei

- Regierungschef: Premierminister Bernard Cazeneuve (53), Sozialistische Partei

- Flagge: Trikolore mit senkrechten Streifen in Blau, Weiß und Rot

- Wahrzeichen: der gallische Hahn, die Marianne

- Pro-Kopf-Einkommen: 33 400 Euro (Stand 2016)

- Arbeitslosigkeit: 10 Prozent (4. Quartal 2016)

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