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Aerosol-Experten sehen keine Corona-Gefahr auf Sportplätzen oder beim Joggen in Gruppen

Sport im Freien: „Extrem geringes Infektionsrisiko“

Im Englischen Garten spielt eine Gruppe Spikeball.
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Forscher halten Gruppensport im Freien für problemlos.

Geschlossene Sportplätze, verwaiste Fußballfelder, Vereine, die um ihre Existenz bangen: Im Lockdown steht der Sport still – drinnen wie draußen. Dabei sagen Aerosolforscher: Das Risiko, sich beim Sport im Freien zu infizieren, geht gegen null.

„Im Freien gibt es keine Gründe, die dagegen sprechen würden, Sport wieder zu erlauben“, sagt Christof Asbach, Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung (GAeF). Die Forscher der GAeF haben in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein Umdenken gefordert: Die Gefahr lauere drinnen – Infektionen im Freien seien äußerst selten. „Das bezieht den Sport natürlich ein“, sagt Asbach. „Wenn wir nicht über Zweikampfsportarten wie Ringen oder Judo reden, sondern über Mannschaftssportarten oder Tennis, das auch nicht erlaubt war und bei dem man sich ohnehin nicht nahe kommt. Da sehen wir ein extrem geringes Infektionsrisiko.

Experten halten Zweikämpfe im Fußball für problemlos

Sein Kollege Gerhard Scheuch, einer der führenden Aerosolexperten, hält im Fußball Zweikämpfe und normales Mannschaftstraining für problemlos. „Kleingruppen und Training streng nach Abstand ergeben keinen Sinn“, sagte er dem Onlineportal „dfb.de“. Zudem hält er die Altersbeschränkung für Sport im Freien für überflüssig: „Das Alter ist egal, weil es so gut wie keine Ansteckungen im Freien gibt.“ Das neue Infektionsschutzgesetz des Bundes („Notbremse“) sieht hingegen vor, bei Inzidenzen über 100 nur Kindern unter 14 Jahren kontaktlosen Sport in Gruppen zu erlauben – für Erwachsene soll nur Individualsport allein, zu zweit oder mit Mitbewohnern möglich sein. Bisher sieht die bayerische Verordnung vor, dass frühestens nach 26. April Mannschaftssport draußen möglich ist. Bei Inzidenzen unter 100 mit negativen Tests, bei Inzidenzen unter 50 auch ohne Tests.

Infektionsrisiko nur in geschlossenen Räumen

Auch Christian Kähler, Aerosolforscher an der Universität der Bundeswehr München, meint: Ein Infektionsrisiko herrscht fast ausschließlich in geschlossenen Räumen. „Das liegt unter anderem daran, weil wir draußen ganz andere Aktivitäten haben als drinnen“, erklärt er gegenüber unserer Zeitung. Gefährlich werde es, wenn man lange Zeit nebeneinander sitzt – wie etwa in U-Bahnen oder Klassenzimmern. „Beim Tennis kann gar nichts passieren, genauso wenig wie beim Radfahren, Joggen oder bei Spaziergängen.“ Aufpassen müsste man dort, „wo man sich eine Viertelstunde ohne Abstand unterhält“, sagt Kähler, „zum Beispiel an der Bushaltestelle“.

Die Erkenntnisse der GAeF-Wissenschaftler sind zwar seit Ende 2020 bekannt – dennoch hat sich die Politik nicht für eine generelle Öffnung des Sports unter freiem Himmel entschieden. „Da hatten wir den Eindruck, nicht ausreichend gehört worden zu sein“, so GAeF-Präsident Asbach. Aerosolforscher Kähler sagt: „Die Politik will einfach Kontakte grundsätzlich reduzieren.“ Doch so seien die Regeln draußen zu streng – und drinnen zu lasch, findet Kähler. Dadurch schwinde auch die Akzeptanz gegenüber den Maßnahmen, warnt er.

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