Steinmeier appelliert an Merkel

SPD und Grüne empört über CSU in Euro-Krise

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Markus Söder

Berlin - Finanzminister Markus Söder (CSU) und CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt haben mit ihren Äußerungen zur Euro-Krise Empörung bei SPD und Grünen ausgelöst.

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier verlangte am Montag einen Ordnungsruf von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). “Wenn Frau Merkel diese Diskussion einfach laufen lässt, dann wird diese Verantwortungslosigkeit aus Bayern am Ende auch ihr Problem werden“, sagte Steinmeier. Auch viele andere Regierungen in Europa fragten sich, “ob Herr Söder und Herr Dobrindt für die deutsche Bundesregierung sprechen“.


Söder hatte am Wochenende verlangt, die EU müsse an Griechenland ein “Exempel statuieren“. Dobrindt hatte EZB-Chef Mario Draghi vorgeworfen, im Interesse Italiens zu handeln. Das sei ein “ungeheuerlicher Vorwurf“, kritisierte Steinmeier. Der SPD-Bundestagsabgeordnete und frühere Staatsminister für Europa, Günter Gloser, bezeichnete Söder als “politisch-pubertierend“ und warf ihm vor, er schwadroniere angesichts der Gräuel der deutschen Besatzung Griechenlands im Zweiten Weltkrieg “völlig geschichtslos und unerträglich gedankenlos“ daher.

Grünen-Fraktionschef Martin Runge äußerte sich ähnlich: “Mit der giftig polternden Ansage, ein “Exempel statuieren“ zu wollen, macht Söder in besonders schäbiger Art und Weise Wahlkampf auf dem Rücken der Menschen in Griechenland, die eh schon bitter unter dem Versagen und den Betrügereien ihrer Nomenklatura und ihres Geldadels leiden müssen.“ Wie beim Thema Länderfinanzausgleich würden sich die CSU-Granden auf Agitation und billige Parolen beschränken, anstatt an Lösungen zu arbeiten. Runge sprach Söder die Glaubwürdigkeit ab: Die roten Linien der Staatsregierung und der CSU entpuppten sich immer schnell als “rote Gummibänder oder Wanderdünen“.


Söder dagegen zeigte sich nach Angaben eines Sprechers entsetzt über die Vorschläge von SPD-Chef Sigmar Gabriel und seiner Partei zur Euro-Rettung. “Gabriel will Schulden vergemeinschaften. Das ist gefährlich“, sagte Söder demnach. “Jedes Land ist für seine Schulden selbst verantwortlich.“ Gabriel hatte in der “Berliner Zeitung“ für eine offene gemeinschaftliche Schuldenhaftung aller Euro-Staaten bei gleichzeitiger strenger gemeinsamer Haushaltskontrolle plädiert.

dpa

Merkels Frisur im Wandel der Zeit

Da schmunzelt die Kanzlerin: Angela Merkel schaut 2006 in Dresden auf dem CDU-Bundesparteitag auf ein Foto von ihr aus dem Jahr 1990. Merkels Frisur hat sich im Laufe der Jahre gewandelt: Von Prinz Eisenherz zur modischen "Mutti" der  CDU.  © dpa
1998 als Umweltministerin im Bundestag: Damals noch mit einem altbackenen Topfschnitt. © dpa
1999: Merkel denkt gar nicht daran, sich modischen Trends zu beugen. Mit einem unvorteilhaften Foto der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel sucht die Partei zwei Jahre später per Anzeige (Foto) Werbefachleute für den Bundestagswahlkampf 2002. © dpa
2000: Die frischgewählte CDU-Vorsitzende ist zumindest in einer Hinsicht konservativ: Nämlich was ihre Frisur angeht. © dpa
2001: Der Autovermieter Sixt wirbt mit Merkel: Links wird sie bei normalem Haarschopf gefragt, ob sie Lust auf eine neue Frisur habe. Rechts stehen ihr die Haare zu Berge. "Mieten Sie sich ein Cabrio", rät Sixt. Die CDU-Chefin nimmt die Werbung gelassen. "Das ist ein interessanter Vorschlag für Haar-Styling", kommentiert Merkel. © dpa
2002: Wie lautete die CDU-Annonce noch mal? "Machen Sie mehr aus Ihrem Typ!" Zumindest nicht zur Bundestagswahl 2002. © dpa
2003: Es verbietet sich, der CDU-Vorsitzenden einfach einen Satz in den Mund zu legen. Trotzdem sieht Merkel aus, als ob sie sich gerade fragt: "Soll ich mir nicht mal eine andere Frisur zulegen?" © dpa
2004: Merkel mit etwas mehr Make-up. Aber sie bleibt ihrem Prinz-Eisenherz-Look treu. © dpa
2005 markiert gleich zwei historische Zäsuren: Frau Merkel ist jetzt auch Frau Kanzlerin und nimmt zudem Abschied von der Topffrisur. © dpa
2006: Merkel tritt nun mit einem Bobschnitt auf. Der wird fortan immer dynamischer. © dpa
2007: Wir wissen auch, wer hinter Merkels neuem Look steckt. Nämlich der Berliner Straf-Friseur Udo Walz. © dpa
2008: Fällt Ihnen was auf? Auch Merkels Kostüme werden im Laufe der Jahre bunter, feiner und edler. © dpa
2009: Die Kanzlerin läuft beim Klimagipfel in Kopenhagen auf. Mittlerweile ist durchgesickert: Ihre Blazer schneidet ihr eine Hamburger Modedesignerin. Für das Make-up sorgt eine Visagistin. In Sachen Frisur setzt die Kanzlerin weiter auf Udo Walz . © dpa
2010: Im Laufe von zehn Jahren ist Merkel zumindest optisch eine ganz andere Erscheinung geworden. © dpa

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