Neuer Bundespräsident

Steinmeier will schwierigen Gesprächen nicht ausweichen

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Frank-Walter Steinmeier.

Berlin - In sieben Wochen tritt Frank-Walter Steinmeier sein Amt als neuer Bundespräsident an. Nach der Wahl am Sonntag skizzierte er, wie er gedenkt, es auszufüllen. 

Der deutsche „President elect“ hatte zunächst Mühe, nach seiner Wahl zum neuen Bundespräsidenten die richtigen Worte für seine Antworten auf die vielen Fragen der Pressevertreter zu finden: „Mir geht es im Moment ein bisschen wie Philipp Lahm, wenn er eine kluge Analyse direkt nach dem Schlusspfiff geben soll.“

Über die sieben Woche Pause zwischen seinen beiden Ämtern sei er froh. „Diese Phase zwischen zwei Verantwortungen ist eigentlich eine ganze gute Möglichkeit, um runterzukommen“, sagte der frisch gewählte Bundespräsident am Sonntag in der ARD. Denn: Es sei für ihn nicht ganz einfach gewesen, sich von seinem Amt als Außenminister zu verabschieden.

Als Bundespräsident wolle er sich nicht mehr in die tagesaktuelle Außenpolitik einmischen. „Ich glaube, ich muss mich selbst vorsehen“, sagte er am Sonntag nach seiner Wahl in einem Interview der Deutschen Welle. „Ich muss mich zunächst erstmal selbst abkühlen, nicht mehr jeden Tag den Alltag der Außenpolitik kommentieren.“

Die Aufgabe des Bundespräsidenten sei eine andere, betonte Steinmeier. „Er repräsentiert dieses Land Deutschland nach außen. Aber die Alltagskonflikte in der Außenpolitik sind nicht mehr seine Sache.“

Politik per Twitter geht nicht

Auf die Frage, ob man Politik per Twitter machen könne, sagte Steinmeier, der gar kein Twitter-Konto hat - im Gegensatz zu US-Präsident Donald Trump, der dieses Instrument sehr häufig für Meinungsäußerungen nutzt: „Ich glaube nicht, das hat die jüngere Geschichte gezeigt, dass sich Politik in 140 Zeichen erschöpfen kann, sondern ich werde meine Aufgabe eher darin sehen, Politik zu erklären.“

Er werde auch in schwierigen Gesprächen mit internationalen Partnern deutliche Worte finden. „Wir können und dürfen gar nicht vermeiden, deutlich unser Wertefundament zu verteidigen“, sagte der SPD-Politiker dem Sender Phoenix am Sonntag in Berlin auf die Frage, wie er künftig mit Regierungs- und Staatschefs wie Wladimir Putin, Recep Tayyip Erdogan oder Donald Trump umgehen werde. Er plädiere dafür, dass man „diesen schwierigen Gesprächen auch nicht ausweicht“. Auch habe er gespürt, dass die Erwartungen in Deutschland derzeit an den Bundespräsidenten „unglaublich hoch“ seien.

Steinmeier ist neuer Bundespräsident - Impressionen von der Wahl

dpa/afp

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