Syrien

Aktivisten: 24 zivile Opfer bei türkischen Angriffen

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Türkische Streitkräfte führen Kämpfer der syrischen Opposition ab. 

Al-Bab - Bei der Offensive zur Rückeroberung der syrischen Dschihadistenhochburg Al-Bab sind nach Angaben von Aktivisten 24 Zivilisten getötet worden.

Bei der Offensive zur Rückeroberung der syrischen Dschihadistenhochburg Al-Bab sind nach Angaben von Aktivisten 24 Zivilisten getötet worden. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte machte am Donnerstag die türkische Armee für die tödlichen Angriffe verantwortlich, diese wiederum sprach von 15 getöteten "Terroristen" der Miliz Islamischer Staat (IS). Im kasachischen Astana begannen Syrien-Gespräche mit Vertretern der syrischen Führung und der Opposition.

Unter den Todesopfern im nördlichen Al-Bab waren der in Syrien breit vernetzten Beobachtungsstelle zufolge mindestens elf Kinder. Verantwortlich für die tödlichen Luftangriffe und Gefechte der vergangenen 24 Stunden sei die türkische Armee, die einen Teil der Stadt belagert, erklärte die Beobachtungsstelle. Die türkische Armee, die mit verbündeten Rebellen seit Wochen auf Al-Bab vorrückt, sprach laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu von 15 getöteten Dschihadisten.

Die türkischen Truppen hatten Al-Bab zuletzt wochenlang belagert, ohne Fortschritte zu machen. Nachdem die syrische Armee die Zugangsstraße im Süden abgeschnitten hatte, sind die Dschihadisten aber vollkommen eingeschlossen. Am Wochenende rückten türkische Soldaten und verbündete Rebellen in die Extremistenhochburg ein.

Die Rückeroberung von Al-Bab ist auch für die syrischen Truppen ein wichtiges Kampfziel. Staatspräsident Baschar al-Assad zufolge geht es letztlich darum, "jeden Winkel" Syriens zurückzuerobern. Er sagte mehreren französischen Sendern, der IS sei "überall", auch nahe Damaskus, in Palmyra und in Idlib, daher gehe es im Anti-Terror-Kampf auch darum, letztlich wieder das gesamte Territorium zu kontrollieren.

Assad verteidigte in dem Interview zudem US-Präsident Donald Trump und dessen Einreisestopp für Bürger aus mehreren muslimischen Ländern, darunter auch Syrien. Die Maßnahme richte sich nicht gegen das syrische Volk, "sondern gegen Terroristen, die sich unter Immigranten Richtung Westen mischen können", sagte er. Genauso sei es auch passiert, "in Europa, vor allem in Deutschland", und es könne auch in den USA geschehen.

In Astana kamen unterdessen erneut Vertreter der syrischen Regierung und der Opposition zu getrennten Gesprächen mit Unterhändlern über die seit Ende Dezember geltende Waffenruhe in Syrien zusammen. Die Gespräche stehen unter der Federführung von Russland, der Türkei und des Irans.

Die Rebellen nahmen nur mit einer kleinen Delegation teil, angeführt von Chefunterhändler Mohammed Allusch, der im Januar schon bei der ersten Verhandlungsrunde in Astana dabei war. Die Regierung schickte ihren UN-Botschafter Baschar al-Dschaafari. Assad sagte zu den Gesprächen, der Westen sei in dem Konflikt "passiv" geworden und strebe keinen Frieden in dem Land an.

Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", Europa müsse "alles dafür tun", damit aus den Verhandlungen in Astana eine Rückkehr zu den Genfer Friedensverhandlungen unter dem Dach der UNO werde. Am Rande des G20-Treffens in Bonn würden daher am Freitagmorgen Gespräche mit westlichen und arabischen Staaten zum Syrien-Konflikt stattfinden.

Unmittelbar vor den neuen Gesprächen in Kasachstan hatte der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura zu verstärkten Bemühungen um eine Friedenslösung aufgerufen. Jetzt sei "genau der richtige Zeitpunkt, um die Bemühungen zur Normalisierung des politischen Prozesses in Syrien zu verstärken", sagte er in Moskau. Er bekräftigte zudem die "Unterstützung" der UNO für die Verhandlungen in Astana.

AFP

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