Russland soll Eingreifen

Gipfel zu Syrien: Erdogan will Merkel, Macron und Putin sehen - und stellt eindeutige Forderung

Recep Tayyip Erdogan will Angela Merkel, Emmanuel Macron und Vladimir Putin zu einem Syrien-Gipfel sammeln. Zuvor äußerte er am Telefon eindeutige Forderungen.

  • Der Krieg in Syrien hält die Region fest im Griff. 
  • Recep Erdogan, Angela Merkel, Emmanuel Macron und Vladimir Putin kommen am 5. März erneut zusammen.
  • Schon zuvor forderte der türkische Präsident ein militärisches Eingreifen Russlands.

Update vom 27. Februar 2020: Nur wenige Tage bevor der von Erdogan angekündigte Syrien-Gipfel am 5. März stattfinden soll, gibt es erneut schockierende Nachrichten aus Idlib. Zwei türkische Soldaten wurden dort bei einem Luftangriff getötet. Zudem gab es mehrere Verletzte. 


Erstmeldung vom 22. Februar 2020:

Berlin - Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat einen Syrien-Gipfel mit Russland, Deutschland und Frankreich zur Lage in der umkämpften syrischen Provinz Idlib angekündigt. Erdogan sagte am Samstag in einer Rede, er werde am 5. März mit Russlands Präsident Wladimir Putin, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron zusammenkommen, um "erneut" über die Situation zu beraten.


Erdogan fordert Maßnahmen in Syrien: Telefonat mit Angela Merkel und Emmanuel Macron

Erdogan hatte am Freitag in einem Telefonat mit Merkel und Macron "konkrete Maßnahmen" Deutschlands und Frankreichs gefordert, um eine "humanitäre Katastrophe" in Idlib zu verhindern. In einem weiteren Telefonat rief er Putin dazu auf, die Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad "in die Schranken zu weisen".

Nach Angaben der Bundesregierung ging es in dem Telefonat von Merkel, Macron und Erdogan auch um einen von der Bundeskanzlerin und dem französischen Präsidenten vorgeschlagenen Vierer-Gipfel zu Syrien. Wie ein Sprecher der Bundesregierung sagte, plädierten alle drei Gesprächspartner für "ein zeitnahes gemeinsames Treffen" mit Putin.

Vierer-Gipfel zu Syrien: Finden Merkel, Erdogan, Macron und Putin gemeinsam eine Lösung?

Merkel und Macron hatten bereits am Donnerstag mit Putin telefoniert und ein gemeinsames Treffen mit Erdogan vorgeschlagen. Die Haltung Moskaus zu dem Vorschlag war aber zunächst unklar geblieben. Ein Kreml-Sprecher hatte am Freitag gesagt, es werde über "die Möglichkeit" eines solchen Gipfeltreffens diskutiert. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Syrien: Russland an Krieg in Idlib beteiligt - Erdogan fordert noch mehr Hilfe gegen Assad

In Idlib und den benachbarten Provinzen im Nordwesten Syriens geht die syrische Armee seit Dezember mit Unterstützung Russlands verstärkt gegen islamistische und dschihadistische Milizen vor. Der syrische Machthaber Baschar al-Assad will die letzte Milizen-Hochburg wieder unter seine Kontrolle bringen. Die Türkei steht auf Seiten der Gegner Assads.

Seit Anfang Dezember sind nach UN-Angaben rund 900.000 Menschen aus dem umkämpften Gebiet geflohen. Viele von ihnen leben unter katastrophalen Bedingungen in der Grenzregion an der Grenze zur Türkei. Für ihren Einmarsch verhängte die USA Sanktionen gegen die Türkei.  

Die Situation im syrischen Idlib eskaliert erneut. Bei einem Luftangriff sind zahlreiche türkische Soldaten getötet worden.

Währenddessen werden die USA vor allem vom Konflikt mit dem Iran* schwer beschäftigt. Donald Trumps* Entscheidungen stoßen in dieser Causa häufig auf viel Kritik. Ein ARD-Mann kam deshalb sogar zu einer düsteren Prognose für Deutschland

Die Lage in Syrien könnte zu einer erneuten Flüchtlingskrise in Europa führen. Grünen-Chefin Annalena Baerbock fordert die Kapazitäten der deutschen Flüchtlingsunterkünfte wieder zu aktivieren*.

mid/isd

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