Schon häufig für tot erklärt

Syrische Beobachtungsstelle vermeldet Tod von IS-Chef Al-Bagdadi

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Abu Bakr al-Bagdadi

Der Anführer der IS-Terrormiliz, Abu Bakr al-Bagdadi, ist schon häufig für tot erklärt worden. Eine offizielle Bestätigung gab es bislang nie. Auch die neuesten Berichte lassen Zweifel aufkommen.

Bagdad - Der Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Bagdadi, soll nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte nicht mehr am Leben sein. Den Beobachtern lägen „bestätigte Informationen“ über den Tod des IS-Anführers vor, teilte der Leiter der Gruppe, Rami Abdel Rahman, am Dienstag mit. Aktivisten aus dem syrischen Dair as-Saur hätten entsprechende Informationen von hochrangigen IS-Mitgliedern erhalten. Die Informationen ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Al-Bagdadi soll den Informationen zufolge in einem Ort östlich von Dair as-Saur gestorben sein, wo er sich während der vergangenen drei Monate aufgehalten haben soll. Es sei aber unklar, ob Al-Bagdadi bei einem neuen Luftangriff oder an den Folgen von früheren Verletzungen gestorben sei, sagte Abdel Rahman. 

Vor drei Wochen:  Al-Bagdadi soll bei einem russischen Luftangriff getötet worden sein

Vor gut drei Wochen hatte das russische Verteidigungsministerium mitgeteilt, dass es Berichte über den möglichen Tod des IS-Anführers prüfe. Demnach soll Al-Bagdadi bei einem russischen Luftangriff in der Nähe der syrischen Stadt Al-Rakka getötet worden sein. Zu den aktuellen Berichten äußerte sich das russische Ministerium zunächst nicht. In der Vergangenheit gab es bereits häufiger Berichte, nach denen der IS-Chef verletzt oder sogar getötet worden sein sollte.

Ein Sprecher des US-Zentralkommandos in Tampa im US-Bundesstaat Florida konnte die Berichte über den angeblichen Tod des IS-Anführers nicht bestätigen. „Wir haben keine operativen Berichte, die das bestätigen“, erklärte er. Er verwies zudem darauf, dass ein Foto, auf das sich die Meldungen stützten, fünf Jahre alt sei.

Es gebe keine Lebenszeichen von Al-Bagdadi

Auch der US-Kommandeur des Anti-IS-Bündnisses, General Stephen Townsend, erklärte, er sei außerstande, den Tod des IS-Führers zu bestätigen oder zu dementieren. „Ich weiß es wirklich nicht“, sagte er am Dienstag in einer Pressekonferenz. Nachdem es vor einigen Wochen Meldungen gegeben habe, Al-Bagdadi sei bei einem russischen Luftangriff getötet worden, hätten das US-Militär Berichte erreicht, dass der Terrorist noch am Leben sei. Allerdings gebe es auch kein Lebenszeichen von Al-Bagdadi, fügte Townsend hinzu.

In den sozialen Netzwerken im Internet, in denen üblicherweise Nachrichten der Dschihadisten verbreitet werden, gab es zunächst keine Reaktionen auf die Todes-Meldungen.

Die Terrorgruppe Islamischer Staat war zuletzt in Syrien und im Irak stark unter Druck gekommen. Am Montag hatte der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi die frühere IS-Hochburg Mossul offiziell für befreit erklärt. Auch in der De-facto-Hauptstadt des IS im syrischen Al-Rakka stehen die Islamisten kurz vor einer militärischen Niederlage.

dpa

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