IS-Männer sollten mit Rucksäcken zuschlagen

Terrorwarnung in Essen: Bericht nennt Details zu Anschlagsplänen

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Das Essener Einkaufszentrum wurde nach der Terrordrohung komplett abgeriegelt.

Essen - Ein Bericht nennt Details aus den Anschlagsplänen für das Einkaufszentrum in Essen. Angeblich sollten die Attentäter mit Rucksackbomben zuschlagen.

Nach dem Anschlagsalarm in Essen befindet sich auch der zweite am Wochenende festgenommene Verdächtige wieder auf freiem Fuß. Er sei am Sonntag aus dem Gewahrsam entlassen worden, weil keine Haftgründe vorgelegen hätten, sagte ein Sprecher der Essener Polizei am Montag. "Das heißt aber nicht, dass die Ermittlungen damit abgeschlossen sind." Sie liefen weiter.

Nach Hinweisen auf einen anscheinend geplanten Anschlag war das Einkaufszentrum Limbecker Platz in der Essener Innenstadt am Samstag zahlreichen schwer bewaffneten Polizeikräften abgeriegelt worden. Zugleich wurden zwei Männer in Oberhausen vorläufig festgenommen. Einer der Männer kam bereits am Samstagabend wieder auf freien Fuß. Das betroffene Einkaufszentrum selbst öffnete am Montag wieder.

Bericht über Details des Anschlagplans

Die beiden Verdächtigen galten schon nach Angaben aus Polizeikreisen vom Wochenende nicht als unmittelbar tatbeteiligt. Als Drahtzieher der Planungen galt demnach ein deutsches Mitglied der in Syrien aktiven Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Nach Informationen der Zeitung Die Welt soll es sich um einen 24-Jährigen handeln, der im April 2015 über die Türkei nach Syrien ausgereist und sich dort dem IS angeschlossen haben soll. Er werde in Nordrhein-Westfalen seit Sommer 2015 als Gefährder geführt. Der Mann soll mehrere Islamisten für den Anschlag rekrutiert haben. Sein Plan sah demnach drei Selbstmordattentäter mit Bomben in Rucksäcken vor, die am Samstag um 16.30 Uhr zuschlagen sollten.

Diese Einschätzung zur Rolle der Männer aus Oberhausen bestätigte sich den Beamten zufolge auch im weiteren Verlauf der bisherigen Ermittlungen. "Sie können nicht mit der Tatplanung in Verbindung gebracht werden", teilten sie am Montag mit. Derzeit daure aber die Auswertung der in ihren Wohnungen beschlagnahmten Beweismittel noch an.

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Für Aufregung sorgten am Montag im Ruhrgebiet weitere Bombendrohungen gegen einen Elektronikmarkt in Gelsenkirchen und ein Einkaufszentrum in Solingen. In Gelsenkirchen fanden die Mitarbeiter des Sicherheitsdiensts am Montag vor Geschäftsbeginn nach Angaben der Polizei einen Drohbrief, in dem mit einer möglichen Explosion gedroht wurde.

De Maiziére bestätigt IS-Verbindung

Der Markt öffnete gar nicht erst. Polizisten mit Sprengstoffspürhunden durchsuchten das Gebäude, fanden aber nichts. In Solingen kündigten laut Polizei ein anonymer Internetnutzer eine Bombenexplosion an. Auch dort stellten die Beamten nichts fest.

Im Fall des Essener Anschlagsalarms bestätigte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Sonntag in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin", dass es eine Verbindung zur IS-Miliz gebe. Es sei nicht auszuschließen gewesen, dass es in dem Center "einen konkreten Anschlag hätte geben können". "Das wurde verhindert."

Für eine weitere Schließung des großen Einkaufszentrums mit mehr als 200 Geschäften gab es nach Angaben von Polizei und Betreiber am Montag keinen Grund mehr. Der Hinweis habe sich auf ein konkretes Zeitfenster bezogen, sagte ein Polizeisprecher in Essen.

Auch im baden-württembergischen Offenburg sorgte am Wochenende eine mögliche Drohung mit einem Anschlag für Aufregung. Nach Angaben der Polizei war ein Hinweis im Internet aufgetaucht, wonach eine nicht näher genannte Diskothek in der Stadt das Ziel sein könnte. In der Nacht zum Sonntag sicherten zahlreiche Polizeikräfte daher das Gebiet.

Einkaufszentrum in Essen evakuiert

Beamte kommen Duo über Internetchat auf die Schliche

Wie die Ermittler am Montag mitteilten, war das Szenario einem Internetchat zwischen bei unbekannten Männern zu entnehmen, von dem die Beamten Kenntnis erhielten. Beamte erkannten einen der Teilnehmer später auf einer Straße in Offenburg wieder und nahmen ihn fest. Ein zweiter Mann wurde ebenfalls festgenommen, jedoch wieder freigelassen.

Bei dem mutmaßlichen Chatteilnehmer handelte es sich demnach um einen 22-Jährigen mit kleinkrimineller Vorgeschichte, Hinweise auf Straftaten mit islamistischen Bezügen gab es bei ihm bisher nicht. "Die Hintergründe für die Drohungen sind aufgrund seiner psychischem Auffälligkeiten nach wie vor schwer einzuschätzen", erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft. Er sollte am Montagnachmittag einem Haftrichter vorgeführt werden.

Dieser sollte darüber entscheiden, ob der aus Russland stammende Verdächtige wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat in Haft kommt. Waffen oder andere verdächtige Gegenstände trug der Mann bei seiner Festnahme nicht bei sich.

Video: snacktv

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