Wie reagiert der Sender?

Thailand ermittelt wegen Majestätsbeleidigung gegen BBC

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Vergangene Woche war der thailändische Kronprinz Vajiralongkorn zum neuen König Thailands ernannt worden. 

Bangkok - Wegen Majestätsbeleidigung ist der britische Sender BBC ins Visier thailändischer Ermittler geraten. Putschführer Prayuth macht klar: Es gibt keine Ausnahmen für ausländische Medien.

Thailands Militärregierung ermittelt wegen eines wenig schmeichelhaften Porträts des neuen Königs Vajiralongkorn gegen den britischen Sender BBC. Der Verdacht laute auf Majestätsbeleidigung, bestätigte ein Sprecher der Militärjunta am Mittwoch. „Wenn sie ein Büro in Thailand haben und thailändische Journalisten für sie arbeiten, dann werden sie wegen Verletzung der Gesetze verfolgt“, sagte Regierungschef und Putschführer Prayuth Chan-Ocha vor der Presse.

Der beanstandete Artikel war kurz nach der Ernennung des Kronprinzen zum König am vergangenen Donnerstag online auf der BBC-Seite in thailändischer Sprache erschienen. Ein prominenter Regimekritiker, Jatupat Boonpattararaksa, war am Samstag festgenommen worden, weil er den Artikel über Facebook weiterverbreitet hatte. Er kam gegen eine Kautionszahlung auf freien Fuß. Bei einem Schuldspruch drohen ihm 15 Jahre Haft.

Der Sender äußerte sich zunächst nicht. Die Polizei habe sich offiziell noch nicht gemeldet, sagte ein Mitarbeiter. Polizisten waren nach Angaben des Korrespondenten Jonathan Head aber am Dienstag im Büro des Senders in der Hauptstadt Bangkok. Unklar blieb zunächst, ob nur gegen bei der BBC tätige Thailänder ermittelt werde, oder auch gegen ausländische Journalisten.

Ein ungenannt bleiben wollender Regierungssprecher sagte, BBC Thai sei das erste Ziel gewesen, da die Inhalte auf thailändisch publiziert seien und der Sender ein Büro in Thailand habe.

Der Artikel wurde im Internet von den thailändischen Behörden blockiert, war aber am Mittwoch noch immer auf der Webseite und dem Facebook-Account von BBC Thai abrufbar.

Die Behörden und vor allem die Militärregierung versuchen, jede Negativ-Äußerung über Mitglieder der Königsfamilie mit der Keule des Gesetzes zu unterbinden.

dpa

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