Überlebende der Schleuserfahrten sagen als Zeugen aus

Tödliche Flucht übers Mittelmeer - Schleuser vor Gericht

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Flüchtlinge sitzen auf dem Mittelmeer in einem sinkenden Schlauchboot (undatierte Aufnahme). Vom 27.06.2017 an müssen sich zwei mutmaßliche Schleuser und ein Helfer wegen einer von ihnen organisierten Bootsfahrt übers Mittelmeer vor dem Landgericht Traunstein verantworten, bei der am 20.09.2015 mindestens 13 Flüchtlinge starben.

Sie sollen für den Tod von mindestens 13 Flüchtlingen mitverantwortlich sein: Zwei Mitglieder einer syrischen Schleuserbande und ein Helfer müssen sich seit Dienstag vor dem Traunsteiner Schwurgericht verantworten.

Traunstein - Die Anklage wirft den beiden Hauptangeklagten im Alter von 27 und 34 Jahren gewerbs- und bandenmäßiges Einschleusen von Ausländern mit Todesfolge vor. Bei einer der Fahrten über das Mittelmeer war das Schlauchboot im September 2015 mit einem Frachtschiff zusammengestoßen und gekentert.

Die Hauptbeschuldigten sind nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft Teil einer international agierenden Schleuserbande. Sie sollen überwiegend Landsleute vom türkischen Izmir nach Griechenland gebracht haben. Sie verlangten dafür an die 1000 Euro pro Flüchtling. Die Anklage listet zwischen Juli und November 2015 sechs Fahrten mit zusammen rund 250 Menschen auf. Der 24 Jahre alte dritte Angeklagte - auch er Flüchtling - soll das Schlauchboot gesteuert haben. Dafür wurde ihm das Schleusergeld erlassen.

Für den Prozess sind sieben Verhandlungstage vorgesehen. Als Zeugen werden auch Überlebende der Schleuserfahrten gehört. Die Höchststrafe für Schleusen mit Todesfolge beträgt 15 Jahre. Das Verfahren findet in Traunstein statt, weil mindestens einer der Angeklagten zum Zeitpunkt seiner Festnahme 2016 in dem Gerichtsbezirk wohnte. Das Urteil soll am 11. August verkündet werden.

dpa

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