US-Präsident unter Druck

Trumps Sohn heizt mit E-Mails Russland-Affäre an

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Der Sohn des US-Präsidenten Trump, Donald Trump Jr., gerät unter Druck. Foto: Carolyn Kaster

Jetzt hat auch Donald Trump seine E-Mail-Affäre. Sein Sohn Donald Jr. hat sich mit angeblichen oder tatsächlichen Informationen aus dem Kreml beschäftigt, die Hillary Clinton schaden sollten. Das wirft kein gutes Licht auf das Wahlkampflager Trumps.

Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump gerät in der Russland-Affäre wegen eines Treffens seines ältesten Sohnes mit einer russischen Anwältin immer mehr unter Druck.

Donald Trump Jr. veröffentlichte einen E-Mail-Wechsel mit dem Publizisten Rob Goldstone, der nach seinen Angaben zu der Begegnung mit der Anwältin führte. Daraus geht hervor, dass ihm belastende Informationen über die Wahlkampf-Konkurrentin seines Vaters, Hillary Clinton, in Aussicht gestellt wurden, die von der russischen Regierung stammen sollen.

Nach Bekanntwerden der E-Mails von Trump Junior ließ Vizepräsident Mike Pence über seinen Anwalt Marc Lotter umgehend eine Erklärung veröffentlichen, in der er sich von der Angelegenheit distanziert. Pence habe von dem Treffen von Trump junior mit der Anwältin nichts gewusst.

Pence konzentriere sich zudem nicht auf den zurückliegenden Wahlkampf. "Besonders nicht auf Dinge, die vor der Zeit lagen, als er selbst zum Team gestoßen ist", heißt es in der Erklärung. Dies wurde in Washington als ein erstes Anzeichen für eine mögliche Absetzbewegung des Vizepräsidenten von Trump gewertet.

Den veröffentlichten Dokumenten zufolge meldete sich Goldstone am 3. Juni 2016 bei dem Sohn Trumps. Ein Klient habe ihn kontaktiert, weil ein russischer Staatsanwalt sich mit dem Vater dieses Klienten getroffen habe und diesem Dokumente und Informationen über Clinton für Trumps Wahlkampfteam angeboten habe. "Das sind offensichtlich hochrangige und sensible Informationen, aber es ist Teil der Unterstützung Russlands und der Regierung für Herrn Trump (...)", heißt es in der E-Mail weiter.

Trump Jr. antwortete am selben Tag: "Es sieht so aus, als ob wir Zeit hätten, und wenn es das ist, was Du sagst, liebe ich es, besonders später im Sommer." Damit meinte er belastendes Material über Clinton, das näher am Wahltermin im Herbst besonders nützlich sein könnte. In dem weiteren Schriftverkehr vereinbarten beide dann einen Termin. Goldstone erwähnt in diesem Zusammenhang eine "Anwältin der russischen Regierung".

Natalia Veselnitskaja, die Anwältin, mit der sich der 39 Jahre alte Sohn Trumps am 9. Juni 2016 getroffen hat, bestritt, jemals für den Kreml gearbeitet zu haben. Vom Kreml hieß es, man kenne die Frau nicht. Trump Jr. hatte schon in den vergangenen Tagen eingeräumt, dass ihm vor dem Treffen "hilfreiche Informationen" für den Wahlkampf versprochen worden waren.

Mit der Veröffentlichung der E-Mails reagierte Trump Jr. auf einen Bericht der "New York Times". Die Zeitung hatte am Montagabend geschrieben, dass Goldstones E-Mail darauf hindeute, dass die russische Regierung Quelle der potenziell schädlichen Informationen gewesen sei. Es gebe aber keinen Beweis dafür, dass die versprochenen Informationen in Zusammenhang mit den Hackerangriffen auf die Demokraten stünden, schrieb die Zeitung weiter.

US-Geheimdienste beschuldigen Moskau, hinter Attacken auf E-Mailkonten der Demokraten zu stehen. Dabei gestohlene Daten wurden im Juli 2016 von der Enthüllungsplattform Wikileaks veröffentlicht. Die amerikanischen Geheimdienste werfen dem Kreml vor, sich auf diese Weise in den Wahlkampf eingemischt zu haben, um Trump zu helfen und seiner Konkurrentin Clinton zu schaden. Ein Sonderermittler und mehrere Kongressausschüsse untersuchen, ob es dabei Absprachen mit Trumps Wahlkampflager gab.

Präsident Trump erfuhr nach Angaben einer Sprecherin erst in den vergangenen Tagen von dem Treffen seines Sohnes. Bei dem Gespräch im Juni waren neben Donald Jr. auch Trump-Schwiegersohn Jared Kushner und der damalige Vorsitzende der Wahlkampagne, Paul Manafort, anwesend.

Trump Jr. war am Dienstag erneut bemüht, die Begegnung herunterzuspielen. Die Medien und die Demokraten hätten es extrem auf die "Russlandgeschichte" abgesehen, schrieb er auf Twitter. "Wenn dieses Nonsens-Treffen alles ist, was sie nach einem Jahr haben, verstehe ich die Verzweiflung!" Sein Anwalt sagte der "New York Times", sein Mandant habe nichts Falsches getan, werde aber mit den Ermittlern zusammenarbeiten, sollten sie ihn kontaktieren.

Trump Jr. hatte zuvor erklärt, Einzelheiten oder weitergehende Informationen seien ihm von der Anwältin nicht angeboten worden. Die Frau habe das Gespräch nach dem Austausch von Freundlichkeiten mit den Worten eröffnet, dass sie Informationen besitze, nach denen Personen mit Verbindungen zu Russland den Parteivorstand der Demokraten und Hillary Clinton unterstützten. Ihre Äußerungen seien vage und mehrdeutig gewesen, sie hätten keinen Sinn ergeben, erklärte Trumps Sohn weiter. "Es wurde schnell deutlich, dass sie keine wichtige Information hatte."

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