Eintrag sorgt für Kritik

„So fantastisch“: Was Trump ins Gästebuch der Holocaust-Gedenkstätte schrieb

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Trumps Gästebuch-Eintrag in Yad Vashem.

Ein paar Sätze und fertig war Donald Trumps Eintrag im Gästebuch der Gedenkstätte. Damit sorgte er für Irritationen. Sein Vorgänger war bei seinem Besuch weniger kurz angebunden. 

Jerusalem - US-Präsident Donald Trump hat mit seinem Eintrag ins Gästebuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel für Stirnrunzeln gesorgt.

„Es ist eine Ehre, mit all meinen Freunden hier zu sein“, schrieb Trump und setzte darunter: „So fantastisch + werde nie vergessen“. Kritiker stellten die Frage, ob vor allem die Formulierung „fantastisch“ angesichts der Tragweite des Holocausts angemessen war.

Zuvor betonte der US-Präsident in einer Rede, dass es sich beim Holocaust um die „dunkelste Stunde der Geschichte“ handele.

Der Gästebuch-Eintrag beschäftigte auch die örtlichen Medien. So schreib beispielsweise die israelische Zeitung „Ha'aretz“, es handele sich um einen Eintrag, wie ihn nur Trump schreiben könne. Ein Reporter der „Times of Israel“ schrieb auf Twitter: „Er hat vergessen zu schreiben: Bis nächsten Sommer!“

Obama fand deutlich mehr Worte

Trumps Vorgänger fand bei seinem Besuch der Gedenkstätte am 23. Juli 2008 deutlich mehr Worte. 

Barack Obama schrieb folgendes in das Gästebuch der Gedenkstätte:

"Ich bin Yad Vashem dankbar und allen, die für diese bemerkenswerte Einrichtung verantwortlich sind. In einer Zeit großer Gefahr und großer Versprechen, des Krieges und des Streits, sind wir gesegnet mit einer so mächtigen Erinnerung an das Potenzial des Menschen, Böses zu tun, aber auch an unsere Fähigkeit aus der Tragödie aufzusteigen und unsere Welt zu erneuern. Lasst unsere Kinder hierher kommen, auf dass sie die Geschichte kennen und mit ihrer Stimme in den Schwur 'Nie wieder!' einstimmen. Und mögen wir uns an jene, die zugrunde gingen, nicht als Opfer erinnern, sondern als Individuen, die wie wir gehofft, geliebt und geträumt haben, und die zu Symbolen des menschlichen Geistes geworden sind."

Die israelische Zeitung „Haaretz“ stellte Trumps Eintrag dem seines Vorgängers Barack Obama aus dem Jahr 2008 gegenüber und kommentierte: „Finde die Unterschiede“.

„Das ist typisch für Trump“

Kritik kam bereits auch von einem deutsch-israelischen Historiker. „Das schreibt man, wenn man oben auf der Zugspitze steht und die Landschaft bewundert“, sagte Mosche Zimmermann, emeritierter Professor von der Hebräischen Universität in Jerusalem, am Mittwoch. „Das ist keineswegs passend für Yad Vashem, aber typisch für Trump.“

Der US-Präsident befindet sich derzeit auf seiner ersten Auslandsreise. Er war nach Stationen in Saudi-Arabien und Israel am Dienstag nach Rom weitergereist. Dort weilte er unter anderem mit seiner Frau Melania bei einer Audienz bei Papst Franziskus.

Die Holocaust-Gedenkstätte ist ein zentraler Bestandteil des israelischen Selbstverständnisses und gehört zum Pflichtprogramm jedes Staatsbesuchs.

Trump war außerdem im Januar kritisiert worden, weil in seiner kurzen Stellungnahme zum internationalen Holocaust-Gedenktag das Wort Juden überhaupt nicht vorkam und auch jeder Hinweis auf den millionenfachen Mord an Juden fehlte.

dpa/tlo

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