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HRW und Amnesty berichten

Türkei schob syrische Flüchtlinge in Kriegsgebiet ab

Militärischer Konflikt in Nordsyrien.
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Militärischer Konflikt in Nordsyrien.

Die Menschenrechtsorganisationen Human Rights Watch (HRW) und Amnesty International werfen der Türkei vor, Dutzende bis Hunderte syrische Flüchtlinge in ihr kriegszerrissenes Heimatland abgeschoben zu haben.

Istanbul - In einem am Freitag veröffentlichten HRW-Bericht heißt es: „Türkische Behörden haben in Istanbul und Antakya willkürlich Dutzende und möglicherweise viele mehr Syrer festgenommen und zwischen Januar und September 2019 nach Nordsyrien abgeschoben, trotz fortdauernder Kampfhandlungen dort“.

Ende Juli habe Innenminister Süleyman Soylu verneint, dass die Türkei Syrer deportiert habe und von freiwilliger Rückkehr in sichere Gebiete gesprochen, heißt es in dem Bericht weiter - HRW-Recherchen widersprächen dem direkt. Die Türkei habe rechtswidrig Syrer nach Idlib abgeschoben, „einem der gefährlichsten Gebiete in Syrien“. In Idlib, letzte Rebellenhochburg im Bürgerkriegsland, gab es in den vergangenen Monaten immer wieder schwere Luftangriffe der syrischen Regierung und der mit ihr verbündeten russischen Streitkräfte.

Türkei schob syrische Flüchtlinge in Kriegsgebiet ab - schwere Vorwürfe

In dem Amnesty-Report heißt es, die Organisation habe 20 Fälle von Abschiebungen überprüft. Nach Interviews zwischen Juli und Oktober 2019 schätzten die Autoren, dass „die Zahl der in den vergangenen Monaten Abgeschobenen in die Hunderte“ gehe.

Flüchtlingen hätten angegeben, dass sie von türkischen Polizeikräften geschlagen und bedroht worden seien. Sie seien gezwungen worden, Dokumente zu unterschreiben, die belegen sollten, dass sie selbst ihre Rückkehr nach Syrien gefordert hätten.

Die Türkei hat seit Beginn des Krieges im Nachbarland Syrien im Jahr 2011 rund 3,6 Millionen Flüchtlinge aufgenommen - mehr als jedes andere Land der Welt. Die Stimmung hat sich jüngst aber gegen die Flüchtlinge gewendet. Präsident Recep Tayyip Erdogan will nun Millionen Syrer aus seinem Land in eine Pufferzone im nordsyrischen Grenzgebiet umsiedeln. Auch deswegen hatte er am 9. Oktober dort einen Feldzug gegen Kurdenmilizen begonnen, die die Regierung als Terroristen ansieht. In den vergangenen Tagen waren zwei Waffenruhe-Abkommen mit den USA und Russland in Kraft getreten.

dpa

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