Aufruf zur Revolution

Nach Selbstverbrennung eines Journalisten: Ausschreitungen in Tunesien

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In der Nacht zum Dienstag gab es Proteste in Tunesien (Symbolfoto).

Ein Journalist hat in Tunesien zur Revolution aufgerufen und sich anschließend selbst verbrannt. Demonstranten errichteten eine Blockade. 

Kasserine - Nach der Selbstverbrennung eines Journalisten in Tunesien hat es in der Nacht zum Dienstag Ausschreitungen in dem nordafrikanischen Land gegeben. Dutzende Demonstranten errichteten in Kasserine im Westen des Landes eine Barrikade aus brennenden Autoreifen und blockierten die Hauptverkehrsstraße. Die Polizei setzte Tränengas gegen die Demonstranten ein.

Nach Angaben des Innenministeriums vom Dienstag wurden sechs Sicherheitskräfte leicht verletzt, neun Menschen seien festgenommen worden. Am Dienstagmorgen habe sich die Lage beruhigt.

Der 32-jährige Journalist Abdel Razaq Zorgi aus Kasserine war am Montag seinen Verletzungen erlegen, nachdem er sich aus Protest gegen die hohe Arbeitslosigkeit und die allgemeine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in der 270 Kilometer von der Hauptstadt Tunis entfernten Stadt selbst angezündet hatte. In einem Video hatte er gesagt, er wolle eine Revolution starten.

Selbstverbrennung in Tunesien erinnert an Arabischen Frühling

Eine Selbstverbrennung in Tunesien hatte Ende 2010 den Arabischen Frühling ausgelöst. Am 17. Dezember 2010 hatte sich in Sidi Bouzid der junge Gemüsehändler Mohamed Bouazizi aus Verzweiflung über seine Lage angezündet und damit landesweite Proteste ausgelöst - auch in Kasserine.

Der Aufstand trieb im Januar 2011 den langjährigen Machthaber Zine El Abidine Ben Ali aus dem Amt und inspirierte ähnliche Proteste in Ägypten, Libyen, Jemen, Bahrain und Syrien.

AFP

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