Fernsehduell der Demokraten

US-Vorwahlen: Diesen Demokraten sieht Trump vorne - Fiese Demenz-Stichelei bei TV-Debatte

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Die demokratischen Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur Joe Biden (l-r), Julian Castro und Andrew Yang sprachen nach der dritten TV-Debatte miteinander.

In den USA bahnt sich die heiße Wahlkampfphase an. Zehn demokratische Kandidaten traten in der dritten TV-Debatte gegeneinander an. Trump hatte schon davor einen Favoriten, der erneut hervorstach. News-Ticker. 

Update vom 20. September 2019, 15.13 Uhr: Bill de Blasio zieht seine Kandidatur für das US-Präsidentenamt zurück. Der New Yorker Bürgermeister will nun die anderen demokratischen Bewerber unterstützen. Donald Trump reagiert hämisch auf die Entwicklung.

Update, 10.00 Uhr: Donald Trump hatte schon vor der TV-Debatte eine Prognose parat. Joe Biden werde wohl das interne Rennen bei den Demokraten um die Präsidentschaftskandidatur machen - wenn ihm keine "größeren Fehler" unterliefen, orakelte der US-Präsident. In der anschließenden dritten TV-Debatte der demokratischen Präsidentschaftsbewerber gelang es Biden dann tatsächlich, grobe Schnitzer zu vermeiden - was bei ihm nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit ist.

Denn über den Sommer hinweg hatte der 76-Jährige mit einer ganzen Serie von verbalen Ausrutschern für Aufsehen gesorgt. Dennoch behauptete er seine Position als Spitzenreiter in den Umfragen zum demokratischen Bewerberfeld. Deshalb bekam Biden denn auch auf der Bühne im texanischen Houston den besten Platz zugeteilt - genau in der Mitte der zehn nebeneinander aufgereihten Kontrahenten.

Über einen Großteil der fast dreistündigen Debatte hinweg stand der Ex-Vizepräsident nicht nur räumlich im Mittelpunkt. Wie schon in den ersten Debatten musste er teils heftige Attacken einstecken, diesmal teilte er aber auch selbst härter als zuvor gegen Mitbewerber aus. Aber auch er musste einstecken: Er wurde Zielscheibe eines fiesen Demenz-Witzes (siehe unsere Meldung unten). 

Der 76-jährige Joe Biden hatte sich offenbar vorgenommen, alle Bedenken innerhalb der Partei zu zerstreuen, er könnte nicht fit genug sein für den Wahlkampf gegen Trump im kommenden Jahr. Deshalb startete er zahlreiche Attacken gegen seine Gegner. Beispielsweise ging er gleich zu Beginn der TV-Debatte auf seine beiden in den Umfragen stärksten Konkurrenten los. Die radikalen Pläne der Senatoren Bernie Sanders und Elizabeth Warren vom linken Parteiflügel für einen staatlichen Krankenversicherungsschutz für alle Bürger tat er als Luftschlösser ab.

US-Vorwahlen: Dritte TV-Debatte der Demokraten - Fieser Demenz-Witz gegen Biden

Update vom 13. September 2019, 6.36 Uhr: Ex-Vizepräsident Joe Biden, bislang Favorit unter den demokratischen US-Präsidentschaftsbewerbern, hat sich erneut gegen Angriffe seiner Parteikollegen zur Wehr setzen müssen. Bei der dritten Runde der Demokraten-Fernsehdebatten in Houston (Texas) ging ihn etwa der frühere US-Wohnungsbauminister Julian Castro mehrfach scharf an. Beim Thema Gesundheitspolitik warf Castro Biden vor, er habe seine Position bei einem Detail innerhalb von zwei Minuten komplett geändert. Castro fragte Biden, ob er etwa vergessen habe, was er zwei Minuten zuvor gesagt habe - was als Seitenhieb auf Bidens Alter zu verstehen war. Bidenist mit 76 Jahren einer der ältesten Präsidentschaftsbewerber der Demokraten.

Auch beim Thema Migrationspolitik war Biden wieder Kritik ausgesetzt. Auf die Frage, ob er Massenabschiebungen in der Amtszeit des damaligen Präsidenten Barack Obama im Nachhinein für einen Fehler halte, sagte Biden, er sei Vize-Präsident und nicht Präsident gewesen. Castro warf ihm daraufhin vor, er könne sich nicht einerseits für die Obama-Jahre rühmen und andererseits bei unbequemen Themen von damals wegducken.

Beim Thema Gesundheitspolitik lieferte sich Biden einen intensiven Schlagabtausch mit den beiden linken Senatoren Bernie Sanders und Elizabeth Warren, die auch als aussichtsreiche Bewerber gehandelt werden. Hier war Biden jedoch selbst angriffslustig und warf den beiden vor, ihre Pläne seien nicht finanzierbar.

US-Vorwahlen: Kurz vor dritter TV-Debatte – Trump schießt gegen Demokraten

16.08 Uhr: Bevor die Demokraten ihre dritte TV-Debatte führen, um sich Schritt für Schritt auf einen Präsidentschaftskandidaten zu einigen, stichelt der derzeitige republikanische Amtsinhaber und US-Präsident Donald Trump gegen seine möglichen Herausforderer. In einem Tweet zitiert er den Fraktionsvorsitzenden der Republikaner Kevin McCarthy: „Die Demokraten sind nie über die Tatsache hinweggekommen, dass Präsident Trump die Wahlen gewonnen hat.“

Update vom 12. September 2019, 14.08 Uhr: Bald geht es los. Die dritte TV-Debatte der Demokraten findet in der Nacht von Donnerstag auf Freitag um 2 Uhr deutscher Zeit statt. Das Bewerberfeld ist auf nur noch zehn Kandidaten geschrumpft. Besonderer Fokus liegt auf den Top-Kandidaten Joe Biden, Bernie Sanders und Elizabeth Warren. Wer kann bei der Debatte herausstechen und sich somit von den anderen absetzen? Oder überzeugt womöglich einer der Underdogs und katapultiert sich somit in den Favoritenkreis?

Der demokratische Vorwahlkampf geht in die heiße Phase: Das sind die Kandidaten der dritten TV-Debatte

Erstmeldung vom 6. September 2019: München - Am 12. September ist es so weit: Die (noch) vielzähligen Kandidaten der Demokraten treten im TV-Duell gegeneinander an und kämpfen um den Platz an der Parteispitze. Noch scheint das Feld offen zu sein, die verschiedenen Kandidaten haben alle Befürworter und Gegner. Wer wird am Ende gegen Donald Trump in den Wahlkampf ziehen dürfen? 

US-Vorwahlkampf: Diese Kandidaten dürfen sich im TV-Duell beweisen

Die dritte TV-Debatte findet in Houston, Texas, 19 Uhr Ortszeit (2 Uhr MESZ) statt und wird ein bisschen anders ablaufen als die vergangenen Duelle. In den ersten zwei TV-Runden traten noch zwanzig demokratische Kandidaten gegeneinander an. 

Wie der ausstrahlende Sender ABC News berichtet, ist die dritte Runde aber restriktiver als die vorhergehenden. Daher lichtet sich nun das Feld bei den Demokraten. Nur noch zehn Kandidaten treten gegeneinander an. Der Grund: Die Kandidaten mussten zur Qualifikation zum einen gute Umfragewerte erzielen und auf der anderen Seite Zuwendungen von mindestens 130.000 Spendern erhalten haben. Nicht alle Wettstreiter konnten die Richtlinien erfüllen. Die folgenden zehn Demokraten haben sich qualifiziert und streben um die Möglichkeit des Wahlkampfes gegen Donald Trump im Jahr 2020:

  • Joe Biden (US-Vizepräsident)
  • Cory Booker (Senator von New Jersey)
  • Pete Buttigieg (Bürgermeister von South Bend, Indiana)
  • Julián Castro (Wohnungsbau- und Stadtentwicklungsminister unter Obama)
  • Kamala Harris (Senatorin von Kalifornien)
  • Amy Klobuchar (Senatorin von Minnesota)
  • Beto O‘Rourke (ehemaliger Vertreter von El Paso und Umgebung)
  • Bernie Sanders (Senator von Vermont)
  • Elizabeth Warren (Senatorin von Massachusetts)
  • Andrew Yang (Unternehmer und Autor)

Jeder der qualifizierten Kandidaten hat eine Minute und 15 Sekunden um in einer direkten Fragerunde durch die Moderatoren zu überzeugen und weitere 45 Sekunden, um nachfolgende Fragen zu beantworten. Durch den Abend führen Hauptmoderator George Stephanopoulos mit Unterstützung von den Fernsehjournalisten David Muir, Linsey Davis und Jorge Ramos.

US-Wahlkampf der Demokraten: Wer ist raus?

Durch Nichtqualifizieren werden folgende Kandidaten folglich nicht bei der kommenden Debatte im Vorwahlkampf der Demokraten teilnehmen: Michael Bennet (Senator von Colorado), Steve Bullock (Gouverneur von Montana), Bill de Blasio (Bürgermeister von New York), John Delaney (ehemaliger Vertreter von Maryland), Kirsten Gillibrand (Senatorin von New York), Wayne Messam (Bürgermeister von Miramar, Florida) und Tim Ryan (Vertreter von Ohio).

jw

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