Von der Leyen: "Ich verstehe gut, dass die aktuelle Phase sehr schmerzhaft ist"

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Ursula von der Leyen

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen rechnet damit, dass die Aufarbeitung der Bundeswehrskandale noch nicht abgeschlossen ist.

München - "Der Prozess wird noch länger dauern", sagte die CDU-Politikerin dem Münchner Merkur (Samstagsausgabe). "Ich verstehe gut, dass die aktuelle Phase sehr schmerzhaft ist, aber der Schaden wäre auf die Dauer viel größer, wenn wir uns dem nicht stellen würden."

Sie verstehe, dass es Unmut in einem Teil der Truppe gebe. Die allermeisten Soldatinnen und Soldaten leisteten einen hervorragenden und tadellosen Dienst. "Aber die Erlebnisse der vergangenen Wochen haben uns alle mitgenommen", sagte von der Leyen. "Die Häufung der Einzelfälle zeigt, wir haben neben all dem Guten in der Bundeswehr auch reale Probleme, die wir nicht einfach wegwischen können." Erneut entschuldigte sie sich für das Krisenkommunikation der ersten Tage: "Es ging nie um die gesamte Truppe. Es tut mir leid, dass der Eindruck entstanden ist, das sage ich auch meinen Soldatinnen und Soldaten."

Zugleich verwahrte sich die Ministerin gegen Vorwürfe von SPD-Fraktionschef Oppermann, der von der Leyen als „schlechteste Verteidigungsministerin“ seit der deutschen Einheit bezeichnet hatte. "Ich weiß nicht, was Herr Oppermann je für die Bundeswehr geleistet hat, aber ich weiß, was wir geleistet haben in den vergangenen vier Jahren." Sie habe die Bundeswehr "vom Kopf wieder auf die Füße gestellt". Seit der Wiedervereinigung sei die Armee immerzu geschrumpft worden. Von der Leyen: "Wir werden in den nächsten sieben Jahren 18 000 Soldaten und Zivilbeschäftigte mehr einstellen. Wir haben den Materialstau aufgelöst. Und – entscheidend! – wir haben die Trendwende Finanzen geschafft."

Im Frühjahr war es in der Bundeswehr zu mehreren Skandalen gekommen. Ein rechtsextremer Offizier gab sich als syrischer Flüchtling aus und soll mehrere Anschläge geplant haben. In Gebirgsjägerkasernen kam es zu Fällen von Sex-Mobbing und in anderen Kasernen zu entwürdigenden Aufnahmeritualen neuer Rekruten.

mm

Das gesamte Interview mit Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen finden Sie am Samstag auf Merkur.de*.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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