Geheimdienstmitarbeiter im Visier

US-Justiz klagt Russen wegen Hackerattacken auf Yahoo an

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“Wanted“: Die US-Justiz sucht zwei russische Geheimdienstler

Washington - Das US-Justizministerium legt sich mit Russland an: Wegen Hackerangriffen auf E-Mail-Konten von US-Regierungsmitarbeitern sind nun zwei Geheimdienstler angeklagt.

Wegen der Hackerangriffe auf den Internetkonzern Yahoo hat das US-Justizministerium Anklage gegen zwei Mitarbeiter des russischen Geheimdienstes FSB erhoben. Wie das Ministerium am Mittwoch in Washington mitteilte, zielten die Angriffe auf die Yahoo-Konten von Regierungsmitarbeitern, Beschäftigten von Privatunternehmen sowie Journalisten ab.

Das Justizministerium erklärte, die russischen Agenten hätten zwei bekannte Hacker beauftragt, angeleitet und dafür bezahlt, im Rahmen ihres Datenraubzuges bei Yahoo Informationen über amerikanische Regierungsmitarbeiter zu sammeln. Die Agenten seien 43 und 33 Jahre alt, die beiden Hacker 29 und 22. Lediglich einer von ihnen ist in Haft: Der 22-Jährige wurde am Dienstag in Kanada festgenommen.

Präsidentensprecher Peskow: Kreml weiß von nichts

Yahoo hatte im September bekanntgegeben, dass im Jahr 2014 Daten von rund 500 Millionen Nutzern entwendet worden seien. Yahoo-Chefjurist Ron Bell hat wegen der Affäre bereits das Unternehmen verlassen. Yahoo hatte hinter dem Angriff einen staatlichen Auftraggeber vermutet.

Die Anklage fällt in eine Zeit komplizierter russisch-amerikanischer Beziehungen. Aus den USA wird Moskau verschiedener Cyber-Vergehen bezichtigt, unter anderem einer Beeinflussung der Präsidentenwahl 2016 und eines Hackings des Servers der US-Demokraten. Russland weist das zurück.

In Moskau sagte Präsidentensprecher Dmitri Peskow, der Kreml habe keine Kenntnis zu den angeblichen Yahoo-Hackern. „Das ist eine Frage an unsere Sicherheitsbehörden. Wir verfügen über keinerlei Informationen“, sagte er der Agentur Tass zufolge.

AFP/dpa

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