In einem offenen Brief

US-Presse sagt Donald Trump den Kampf an

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Donald Trump.

Washington - Der Ton wird schärfer in Washington. Nachdem sich Donald Trump immer wieder gegen Journalisten auflehnt, kommt jetzt der Konter - direkt aus dem Weißen Haus.

Update vom 19. Januar 2017: Donald Trump wird am Freitag zum 45. US-Präsidenten vereidigt. Wie der Tag abläuft, erfahren Sie in unserer Übersicht zum Inauguration Day und die Amtseinführung von Trump.

Donald Trump geht nicht zimperlich mit der Presse seines Landes um - das hat er schon des öfteren bewiesen. Ob er Reporter mit körperlicher Behinderung nachäfft, Pressevertreter ausschließen will oder Fragen bestimmter Journalisten einfach nicht zulässt: dem zukünftigen US-Präsidenten scheint jedes Mittel recht, um seinen Widerwillen gegen die schreibende Zunft durchzusetzen. Doch der „US Press Corps“ (Anmerk. d. Red.: Journalisten, die aus dem Weißen Haus berichten) will sich das nicht gefallen lassen und kontert jetzt mit einem offenen Brief. 

Verfasst hat das Schreiben Kyle Pope, Chefredakteur des Magazins „Columbia Journalism Review“. Er spricht Trump darin sogar zunächst das Recht zu, solche Wege zu beschreiten. „Während die Verfassung die Pressefreiheit beschützt, diktiert sie dem Präsidenten nicht, das zu honorieren.“ 

Doch gleichzeitig droht er dem Republikaner auch - allerdings auf indirektem Wege. Sollte er entscheiden, dass es ihm keinen Vorteil bringen würde, wenn er Reportern Zugang zu seiner Regierung gibt, dann wäre das ein Fehler. „Wir sind sehr gut darin, alternative Wege zu finden, um an Informationen zu kommen.“ Zudem obliege es den Reportern zu entscheiden, welche Aussagen seiner Mitarbeiter inoffiziell blieben und welche eben nicht. Auch hätten die Journalisten das Sagen, wenn es um die Präsents seiner Sprecher und Vertrauten gehe. 

Selbst seine kostbaren Tweets sollen künftig stärker überwacht werden: „Wenn sie oder einer ihrer Mitarbeiter etwas nachweislich falsches sagen oder twittern sollte, dann werden wir das offen legen und das wiederholt.“ Viele Medien scheinen sich jetzt schon darauf vorzubereiten. Die „Washington Post“ will dutzende Journalisten einstellen und mithilfe eines neu gegründeten „Rapid Response Investigative Teams“ alle seine Nachrichten in dem sozialen Netzwerk prüfen.

Doch wenn Trump jetzt denken sollte, dass ihm die Schreiber sowieso nicht gefährlich werden können, weil sie kommen und gehen wie die Kandidaten beim Dschungelcamp, dann irrt er: „Im besten Falle, werden sie acht Jahre in ihrem Job sein. Wir sind bereits hier, seit diese Republik gegründet wurde und unsere Rolle in dieser großartigen Demokratie wurde immer und immer und immer wieder bestätigt und gestärkt“, erklärt Pope. Das Schreiben endet mit dem etwas sarkastisch anmutenden Satz: „Genießen sie ihre Amtseinführung.“

Patrick Steinke/SnackTV

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